Sport : Wichtige Woche

Hertha zwischen Darmstadt, Odense und Schalke

Stefan Tillmann

Berlin - Die großen Zeiten am Böllenfalltor waren vorbei, bevor sie richtig angefangen hatten. Zwei Mal stieg Darmstadt 98 in die Fußball-Bundesliga auf. Doch sowohl 1979 als auch 1982 stiegen die Südhessen umgehend wieder ab. Heute spielt Darmstadt 98 in der Regionalliga Süd. 3200 Zuschauer kamen zum letzten Heimspiel gegen den FK Pirmasens in das Stadion am Böllenfalltor und sahen eine 1:2-Niederlage. Zum Spiel gegen Hertha BSC (heute, 17 Uhr) erwartet Darmstadt 15 000 Zuschauer. Das Spiel in der ersten Runde des DFB-Pokals ist das Spiel des Jahres für den Tabellenvierzehnten.

„Die werden mit glühendem Herzen auftreten. Das abzukühlen, ist unsere Aufgabe“, sagt Hertha-Trainer Falko Götz. Seine Mannschaft soll das Spiel früh entscheiden. Auch nach einem 1:0 müsse sie nachsetzen. Der Trainer ließ den Gegner zwar beobachten. Allerdings könne man „bei so einem Spiel die Vorbereitung in die Tonne werfen.“ Wenn der Bundesligist Druck ausübe und kämpferisch dagegen halte, spielt der Gegner für den Trainer keine Rolle: „Spielerisch sind wir sicherlich überlegen.“

Im Stadion am Böllenfalltor hat Hertha BSC in sieben Spielen in Erster und Zweiter Liga nie gewonnen. Aber im DFB-Pokal schafften die Berliner in Darmstadt mal einen 1:0-Sieg nach Verlängerung, und zwar im Dezember 1976. Heute trennen beide Vereine wieder zwei Ligen. Gegen unterklassige Gegner müsse man sofort signalisieren, dass es nichts zu holen gibt, sagt Herthas Manager Dieter Hoeneß. Er erinnert an das Rückspiel in der Uefa-Cup-Qualifikation bei Ameri Tiflis. Beim 2:2 habe der Mannschaft teilweise die Entschlossenheit gefehlt, die man gegen schwächere Gegner bräuchte. „Vielleicht haben wir schon an das Bundesligaspiel beim HSV gedacht“, hatte Herthas Stürmer Marko Pantelic nach dem Spiel in Georgien gesagt.

Das Spiel in Darmstadt leitet eine wichtige Woche für Hertha BSC ein. Am Donnerstag folgt das Heimspiel in der ersten Runde des Uefa-Cups gegen Odense BK. Am nächsten Sonntag können sich die Berliner dann im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 in die Spitzengruppe der Liga spielen. „Ich freue mich auf diese Woche der Wahrheit“, sagt Manager Hoeneß.

Herthas Trainer Götz will in Darmstadt die beste Elf aufstellen. Allerdings ist Marko Pantelic verletzt von der Länderspielreise zurückgekehrt, nachdem der polnische Torwart Wojciech Kowalewski ihm in den Rücken gesprungen war. Ob der Serbe spielen wird, entscheidet der Trainer kurzfristig. Mittelfeldtalent Kevin-Prince Boateng ist dagegen wieder fit.

Das Spiel in Darmstadt ist für Götz eine Pflichtaufgabe. Der DFB-Pokal werde ab dem Viertelfinale interessant, sagt der Trainer. „Erst dann kommt die Euphorie, und vielleicht gibt es mal interessante Heimspiele.“ In der Liga haben die Berliner die Euphorie nach dem gelungenen Saisonstart geweckt. In Darmstadt können sie diese allenfalls verwalten.

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