Sport : Wider das Naturgesetz Bayern verspielt gegen City fast den Gruppensieg

München - Als Manchester City das Tor zum 3:2 erzielte, gingen bei Thomas Müller sofort „die Alarmglocken los“. Plötzlich gerieten die Münchner noch in Gefahr, erst nach dem Abpfiff und ohne einen weiteren City-Treffer konnte man das ungewohnte Gefühl einer Niederlage doch noch als kollektiven Systemausfall ohne Nebenwirkungen abhaken.

Noch ein Tor der Gäste aus Manchester, und die Bayern wären nur Gruppenzweiter gewesen. Citys Trainer Manuel Pellegrini schien das allerdings nicht gewusst zu haben – und nahm in dem Glauben, noch zwei Tore zu benötigen, seinen besten Mann vom Feld. „Es war schwierig, zwei Tore zu erzielen. Und ich wollte nicht, dass Silva mehr als 70 Minuten spielt“, begründete der 60-Jährige im englischen TV-Sender „Sky“ die überraschende Auswechslung des starken Torschützen David Silva beim Stande von 3:2. Wenn man das vierte Tor erzielt hätte, dann hätte er vielleicht auch noch Top-Offensivkraft Sergio Agüero gebracht, führte der irrende Coach weiter aus.

So sicherte der 3:1-Hinspielsieg und der dadurch gewonnene direkte Vergleich den Bayern vor den punktgleichen Engländern Platz eins, der ihnen schon im Achtelfinale „die dicken Brocken“ wie Real Madrid, Paris St. Germain oder Manchester United erspart, wie Müller hervorhob. Und sonst? „Außer, dass die Rekorde futsch sind, ist nicht viel passiert“, bemerkte Müller.

„Wir bleiben Erster, das ist das einzig Positive“, sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach 90 aufregenden Minuten, die Mario Götze auf zwei Worte komprimierte: „Blöd gelaufen!“

So konnte am Dienstagabend auch Pep Guardiola Milde walten lassen. Für den Trainer war es sogar ein nicht ganz unwillkommener Warnschuss in Zeiten, da Bayern-Siege schon als eine Art Naturgesetz dargestellt wurden. „Vielleicht brauchen dieser Verein, der Trainer und die Mannschaft eine Niederlage, um zu wissen, wie schwierig es ist, die Spiele zu gewinnen – in der Bundesliga und in Europa“, sagte Guardiola.

Auch Rummenigge mahnte, „gewisse Lehren“ aus dem Erlebten zu ziehen. Müller und Götze hatten in der furiosen Anfangsphase getroffen, David Silva, Aleksandar Kolarov per Foulelfmeter und James Milner wendeten die Partie. „Da sind so ein bisschen die Menschen in uns durchgekommen“, sagte Müller zum erstaunlichen Leistungseinbruch. dpa

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