Sport : Wider das Trauma

Stefan Hermanns

über die Rivalität zwischen Deutschland und Holland Das niederländische Fernsehen widmet sich heute Abend einem ganz besonderen Thema. Ab kurz vor acht wird es ausschließlich um die Fußball-Weltmeisterschaft von 1974 gehen. Mehr als sechs Stunden beschäftigt sich der Sender mit dem Turnier in Deutschland, zeigt Zusammenfassungen von allen Spielen der Holländer und kurz nach Mitternacht – zum krönenden Abschluss – die Begegnung mit Brasilien in voller Länge. Für die Holländer war der 2:0-Sieg der Höhepunkt der WM, nur leider nicht das letzte Spiel des Turniers. Das haben sie 1:2 verloren. Gegen Deutschland.

In acht Tagen werden sich Deutsche und Holländer bei der Europameisterschaft wieder gegenüberstehen, und vielleicht hat sich das niederländische Fernsehen gedacht: Es kann nicht schaden, noch mal daran zu erinnern, was und vor allem wer dem Land vor 30 Jahren ein schweres Trauma bereitet hat. Seit dem 7. Juli 1974 arbeitet die holländische Nationalmannschaft daran, mit jedem Sieg gegen die Deutschen dieses Trauma Stück für Stück abzutragen. Den WM-Titel von 74 wird sie trotzdem nicht mehr bekommen.

Gegen kein Land gewinnen die Holländer lieber als gegen Deutschland, und 77,4 Prozent von ihnen haben zuletzt geglaubt, dass ihrer Mannschaft das auch in einer Woche gelingen wird. Da hatte Holland allerdings noch nicht 0:1 gegen Irland verloren. Um in der Vorbereitung überhaupt zu gewinnen, mussten die Holländer schon gegen die Färöer spielen. Die „Bild“-Zeitung freute sich trotzdem, dass es nur zu einem 3:0 gereicht hatte. Deutschland übrigens hat die Färöer vor einem Jahr mit 2:0 weggeputzt.

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