Sport : Wie auf dem Dorfteich Die Eisbären besiegen harmlose Ingolstädter 2:0

Katrin Schulze

Berlin - Das große Rechnen hat begonnen. Drei Spieltage vor Beginn der Play-offs in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) wird fleißig über die möglichen Begegnungen in der Endrunde spekuliert. Wenn die Eisbären Zweiter der Hauptrunde werden, dann könnten sie zum Beispiel im Viertelfinale auf den ERC Ingolstadt treffen. Das ist ein Gegner, der den Berlinern liegt. Gestern, beim 2:0 (1:0, 1:0, 0:0) im Wellblechpalast, gewannen die Eisbären das dritte von vier Hauptrundenspielen gegen die Oberbayern. Während die Berliner mit dem Sieg über Ingolstadt ihren zweiten Rang festigten, ist dem ERC trotz der Niederlage eine Teilnahme an der Play-off- Qualifikation kaum mehr zu nehmen.

Den Charme eines Endrundenspiels suchten die 4500 Zuschauer gestern Abend allerdings vergebens. Eisbären-Stürmer Stefan Ustorf sprach nach dem Spiel sogar von „Seehockey“. „Das ist nicht das Play-off-Eishockey, das wir spielen wollen“, sagte sein Trainer Don Jackson. Die Begegnung erinnerte tatsächlich eher an ein laues Geplänkel auf dem Dorfteich als an ein ernstzunehmendes DEL-Spiel. Im ersten Drittel glänzte lediglich Sven Felski mit einem trockenen Schuss zum 1:0 für die Eisbären. Noch schlechter machten es aber die Gäste. Nicht einen ernsthaften Torschuss gab Ingolstadt im Anfangsabschnitt ab. Da konnte auch ERC-Kotrainer Greg Thomson nur noch konsterniert feststellen, dass „wir uns einfach zu blöd angestellt haben“.

Auch das 2:0 durch Mark Beaufait sollte dem Spiel nicht zu mehr Schwung verhelfen. Und so war es Schiedsrichter Daniel Piechaczek vorbehalten, für Spannung zu sorgen, als er nach ausgiebiger Videoanalyse einen Schuss von Eisbären-Stürmer Steve Walker unter die Latte zu Recht nicht als Treffer anerkannte. Danach lief nicht mehr viel zusammen – beide Teams liefen sich im Schlussabschnitt locker aus. Legt man die Leistung von gestern zugrunde, dürfte eines vor den Play-offs schon feststehen: Vor dem ERC Ingolstadt brauchen sich die Eisbären in der Endrunde nicht zu fürchten. Dass es die Berliner selbst unbedingt bis ins Halbfinale schaffen, darf natürlich auch nicht als selbstverständlich angesehen werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben