Sport : Wie auf der Achterbahn

Führung, Rückstand, Sieg: Die Eisbären gewinnen in Düsseldorf 6:3

Frank Neusser[Düsseldorf]

Düsseldorf scheint für den EHC Eisbären ein besonders guter Ort zu sein, um erfolgreiches Eishockey spielen zu können. Bereits am Ostersamstag in diesem Jahr legte das Team von Trainer Pierre Pagé beim 2:0-Triumph im DEL-Finale, damals noch an der ehrwürdigen Brehmstraße, den Grundstein für die zweite deutsche Meisterschaft in Folge. Ein paar Monate später, am vierten Spieltag der neuen Spielzeit, sicherte sich der Titelverteidiger gestern Abend im neuen ISS Dome beim 6:3 (1:1, 1:0, 4:2)-Erfolg über die DEG Metro Stars den zweiten Auswärtssieg. Mit dem dritten Saisosnsieg setzte sich der EHC Eisbären als Zweiter hinter Mannheim, das einen Punkt mehr aufzuweisen hat, im oberen Tabellendrittel fest. Düsseldorf dagegen verbleibt bei nur einem Erfolg in vier Spielen auf dem zehnten Platz.

Doch es dauerte lange, bis der EHC diesmal ins Spiel fand. Die Düsseldorfer begannen schwungvoll und hatten in den ersten 180 Sekunden drei Einschussmöglichkeiten durch Vikingstad, Reimer und Kathan, doch Youri Ziffzer im Eisbären-Gehäuse rettete sein Team vor einem Rückstand. Mit dem ersten respektablen Angriff gingen dann die Gäste in Führung. Patrick Jarrett schaltete am schnellsten, nachdem DEG-Schlussmann Jamie Storr die Scheibe nach einem Schuss von Christoph Gawlik nach vorne hatte abprallen lassen. Doch die Freude der 50 mitgereisten EHC-Anhänger währte nicht lange, da Nationalspieler Alexander Sulzer im Powerplay der Ausgleich gelang.

In der Kabine der Eisbären folgten in der Pause deutliche Worte von Trainer Pierre Pagé, seine Mannschaft kam wesentlich konzentrierter auf das Eis zurück. Und nach nur 19 Sekunden stellte sich der Erfolg ein. Kapitän Stefan Ustorf gelang per Einzelleistung das 2:1. Der Meister versäumte es danach jedoch, das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Gawlik, Walker, Ustorf und Roach, der nur den Pfosten traf, hätten den Vorsprung ausbauen müssen. „Das entsprach dem Spiel, bei dem es wie auf einer Achterbahn zuging“, sagte EHC-Manager Peter John Lee. „Statt klar zu führen, kamen wir plötzlich in Schwierigkeiten.“ Denn die Strafe folgte im letzten Abschnitt, als die Metro Stars binnen 91 Sekunden durch Jean-Luc Grand-Pierre und Craig Johnson (Penalty) aus dem Rückstand eine Führung herausschossen.

Doch die Berliner zeigten, dass sie ein gefestigtes Team sind. Andy Roach gelang im Gegenzug der Ausgleich, eine Minute später traf Frank Hördler zum 4:3 für die Eisbären. Andre Rankel und Mark Beaufait machten das halbe Dutzend voll. „Ich bin sehr zufrieden, wie die Mannschaft nach dem 2:3 zurückgekommen ist. Da haben die Jungs großen Charakter bewiesen“, freute sich Trainer Pierre Pagé. „Wir haben heute eine gute Mischung gehabt. Je drei Treffer von jungen und von alten Spielern zeigen unsere Ausgeglichenheit. Die Mannschaft setzt um, was ich sage: Punkten im September ist für den weiteren Verlauf der Meisterschaft sehr wichtig.“

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