Sport : Wie der Vater, so der Sohn

Mark Milde, beim Berlin-Marathon Initiator des Inline-Skatings, holt die Topathleten

Jörg Wenig

Berlin. Was der Berlin-Marathon ist, wusste Mark Milde schon als Kind, obwohl das Rennen damals noch im Grunewald stattfand. Kein Wunder, schließlich ist sein Vater Horst seit Bestehen des Laufes 1974 Cheforganisator. Bereits Anfang der Achtzigerjahre war der achtjährige Mark mit seinem älteren Bruder Karsten als Helfer bei der Startnummernausgabe im Einsatz. Später, nachdem auch seine jüngere Schwester Gesine das Familien-Organisationsteam verstärkt hatte, arbeiteten sie unter anderem an einem Verpflegungspunkt auf der Strecke. Mark Milde wuchs im Laufe der Jahre immer stärker in die Organisationsstruktur des Berlin-Marathons hinein. Seit einigen Jahren ist er für die Verpflichtung der Topathleten und für das Inline-Skater-Rennen verantwortlich.

1997 initiierte Mark Milde, der bei Schering als Personal-Controller arbeitet, das Rennen der Inline-Skater beim Berlin-Marathon. „Als das Skaten immer populärer wurde, kam die Überlegung: Das könnte gut passen zu einem Straßenlauf“, erzählt er. Inzwischen ist der Berliner Skating-Marathon der größte der Welt. Zum ersten Mal findet das Rennen mit fast 10 000 Startern jetzt schon einen Tag früher am Sonnabend statt. „Wir wollen den Skatern ihre eigene Bühne geben. Die Sportart hat es verdient, herausgestellt zu werden“, sagt Mark Milde, der das Organisationstalent offenbar von seinem Vater geerbt hat.

Auch am sowohl sportlich als auch finanziell größten Coup in der Geschichte des Berlin-Marathons hatte Mark Milde den entscheidenden Anteil. Vor zwei Jahren verpflichtete er Japans Olympiasiegerin Naoko Takahashi. 20 Jahre lang hatten die besten Läuferinnen der Welt vergeblich versucht, einen Marathon unter 2:20 Stunden zu rennen. Naoko Takahashi schaffte es in Berlin. Sie lief 2:19:46 Stunden, kam ein Jahr später zurück und siegte erneut in einer erstklassigen Zeit. Das vermeintlich unbezahlbare Startgeld sicherte Mark Milde mit einem zusätzlichen Fernsehvertrag ab. Der Berlin-Marathon war live in Japan zu sehen, was wiederum enorme Publicity bedeutete und zusätzliche Sponsoren anlockte. Auf der Startnummer erschienen neben dem deutschen Titelsponsor japanische Schriftzeichen. So steigerte die Verpflichtung Naoko Takahashis den Umsatz des Berlin-Marathons in den vergangenen beiden Jahren um insgesamt rund zwei Millionen Dollar.

Auch seine eigenen sportlichen Leistungen können sich sehen lassen. In der Schule lief Mark Milde die 1000 Meter in 2:35 Minuten, als 21-Jähriger bewältigte er den Ironman-Triathlon von Roth (3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, Marathonlauf) in 11:22 Stunden. Seine Marathon-Bestzeit von 2:50:36 Stunden schaffte er in Kopenhagen. Ein Start in Berlin war wegen seiner organisatorischen Tätigkeit nicht möglich, dafür lief er die Klassiker in Boston und New York.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben