Wie die  WOCHE wird : Der Himmel über Irkutsk

Unlocker-flockig. Footballer Peyton Manning kann Kälte nicht leiden. Foto: Imago
Unlocker-flockig. Footballer Peyton Manning kann Kälte nicht leiden. Foto: ImagoFoto: imago sportfotodienst

Durchreisende der Woche

Langlauf in Cortina-Toblach, Skispringen in Hinzenbach, Abfahrt, Slalom und Riesenslalom in Schladming und St. Moritz: Einige Wintersportler kämpfen in dieser Woche noch um Weltcup-Punkte. Die Hauptsorge vieler Athleten dürfte aber sein, sich bei den letzten Wettkämpfen vor dem Saisonhöhepunkt nicht mehr zu verletzen oder zu erkälten – am 7. Februar beginnt Olympia in Sotschi.

Abwesender der Woche

Wenn die deutschen Tennis-Profis von Freitag bis Sonntag Spanien zur ersten Runde im Davis-Cup empfangen, wird die Halle in Frankfurt am Main an allen drei Tagen ausverkauft sein. Gut möglich, dass viele der Zuschauer ihre Tickets geordert haben, bevor eine nicht unerhebliche Absage bekannt wurde. Rafael Nadal verzichtet nach den Australian Open auf die Reise nach Deutschland, auch die spanische Nummer zwei David Ferrer setzt aus. Dafür nominierte Spaniens Teamchef den Doppelspezialisten David Marrero sowie Roberto Bautista, die Nummer 62 der Weltrangliste. Das Publikum in Frankfurt muss also auf einen Superstar verzichten – die Chancen, einen deutschen Sieg zu bejubeln, sind dafür gestiegen.

Unaufhaltsamer der Woche

Niemand in der NBA möchte zurzeit gegen Kevin Durant spielen. Der Flügelspieler der Oklahoma City Thunder war bereits in den drei vergangenen Spielzeiten bester Werfer der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA, in den vergangenen Wochen allerdings hat er seine offensive Dominanz noch einmal gesteigert. Neun Mal in Folge erzielte der 25-Jährige 30 Punkte oder mehr – gerne auch mal 54 wie gegen Golden State oder 46 gegen Portland. Durant war von keinem Gegenspieler auch nur annähernd zu stoppen, am Montagabend dürfen die Atlanta Hawks mit dem deutschen Talent Dennis Schröder ihr Glück versuchen.

Frostbeule der Woche

Quarterback Peyton Manning hat seine Denver Broncos in den Super Bowl geführt, dort trifft das Team auf Colorado am Sonntag auf die Seattle Seahawks. Zu Mannings Leidwesen wird das Finale der amerikanischen Football-Profiliga NFL in diesem Jahr allerdings nicht wie sonst üblich in einem sonnigen Staat wie Florida oder Arizona oder in einer überdachten Arena ausgetragen – sondern in East Rutherford, New Jersey. Erstmals in seiner Geschichte könnte der Super Bowl damit in bitterer Kälte oder im Schnee stattfinden. Noch gehen die Wetterberichte für das 48. NFL-Endspiel stark auseinander, die Temperaturen werden aber wohl um den Gefrierpunkt liegen, zurzeit besteht eine dreißigprozentige Chance auf Schnee. Für Manning verheißt das nichts Gutes: Mit 37 Jahren ist er nicht mehr der Jüngste und dürfte die Kälte schlechter wegstecken als jüngere Football-Profis. Zudem wird dem Quarterback nachgesagt, bei niedrigen Temperaturen immer wieder zu versagen. In der Vergangenheit hat er zu diesen Vorwürfen gesagt, man könne sich die Kritik „da hinstecken, wo die Sonne nicht scheint“. Wahrscheinlich meinte er East Rutherford, New Jersey.

Harte Kerle der Woche

Über die Sorgen von Peyton Manning können die besten Bandy-Spieler der Welt nur lachen, deren WM gerade in Irkutsk ausgetragen wird. Bandy wird wie Eishockey auf Schlittschuhen gespielt, allerdings auf einer Eisfläche so groß wie ein Fußballfeld, mit einem Ball und zwei Mannschaften à elf Spielern. Vor allem aber finden Bandy-Spiele grundsätzlich unter freiem Himmel statt. Der Himmel über dem sibirischen Irkutsk zeigt sich dieser Tage bedeckt, was für Tagestemperaturen von knackigen 17 Grad minus sorgt. Bei abendlichen Spitzenspielen wie Russland gegen Schweden am Mittwoch, der Wiederauflage des WM-Finals 2013, dürfte die Temperatur eher bei 25 Grad unter null liegen. Lars Spannagel

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