Sport : Wie ein Bonbon

Planegg (dpa).

Planegg (dpa). Eine Woche vor dem Start in die alpine Skisaison geben sich die deutschen Ski-Asse betont gelassen. "Dabei sein ist alles", haben Martina Ertl und Co. für das erste Rennen des Olympia-Winters als bescheidenes Motto ausgegeben. "Ich bin froh, dass ich überhaupt dabei bin. Über das Resultat mache ich mir gar keine Gedanken", sagte Martina Ertl (Lenggries) in Planegg. Drei Wochen nach ihrer Knieoperation bestätigte sie am Rande der Einkleidung durch den Deutschen Skiverband (DSV) aber, dass sie beim Riesenslalom in Sölden auf jeden Fall am Start sein werde. Im Vorjahr hatte Martina Ertl den Saisonauftakt auf dem Gletscher in Österreich durch einen überragenden zweiten Durchgang gewonnen.

Auch Frauen-Trainer Wolfgang Maier ist vor dem ersten Rennen bemüht, jeden Druck von seinen Schützlingen zu nehmen. "In Sölden muss man noch nicht top sein. Da entscheidet sich nicht die Saison", meinte der Coach. Neben Martina Ertl werden Hilde Gerg (Lengries) und Petra Haltmayr (Rettenberg) am 27. Oktober für den DSV an den Start gehen. "Ich bin froh, dass Martina als Galionsfigur dabei ist. Schließlich ist sie die Beste, die wir im Riesenslalom haben", gab Maier offen zu.

Während Martina Ertl nach ihrer Meniskusverletzung in den vergangenen Wochen in einer Rehaklinik gezielt auf einen Start in Sölden hingearbeitet hat, ist das Auftaktrennen für Hilde Gerg wie ein Bonbon. "Ich war schon ein bisschen überrascht, dass ich mich für den Riesenslalom qualifizieren konnte", erklärte die WM-Dritte der Abfahrt von St. Anton. "Ich konzentriere mich in dieser Saison auf die schnellen Disziplinen Abfahrt und Super-G, das hat sich im letzten Winter bewährt", sagte die 26-Jährige aus Lenggries, die am Freitag Geburtstag feierte: "In Sölden kann ich nur testen, was rauskommt." Schließlich ist Gerg im Riesenslalom auf Platz 53 der Weltrangliste zurückgefallen.

Mitten in der heißen Vorbereitungsphase stand für die DSV-Asse ein "Mode-Termin" auf dem Programm. In Planegg erhielten die Wintersportler ihre Rennanzüge und den Freizeitdress für die kommende Saison. Während die DSV-Männer relativ dezent in schwarz und orange auftreten, werden die Frauen zumindest abseits der Pisten in knallig-rosafarbenen Jacken nicht zu übersehen sein. "Mir gefällt es, damit fallen wir im Schnee schön auf", glaubt Hilde Gerg. Auch Martina Ertl war vom Outfit begeistert: "Unsere Konkurrentinnen sind immer ganz neidisch und wollen die Klamotten tauschen".

Die deutschen Männer sind in Sölden nur mit einem Starter vertreten. Alois Vogl (Lohberg), im vergangenen Winter wegen chronischer Rückenprobleme lange außer Gefecht, setzte sich in der internen Ausscheidung knapp gegen Florian Eckert (Lenggries) durch. "Schade, das ich im ersten Rennen der Saison nicht dabei bin", sagte der 22-jährige Bad Tölzer, der bei der WM in St. Anton sensationell die Bronzemedaille in der Abfahrt gewonnen hatte: "Ich wäre gerne gefahren. Das ist schon ein Nachteil gegenüber den anderen."

Ansonsten fühlt sich Eckert, der wegen eines Schlüsselbeinbruchs im Mai vier Wochen mit dem Training aussetzen musste, bestens gerüstet: "Ich bin aufgeregter als vor der letzten Saison. Der Druck auf mich ist gestiegen, aber damit werde ich schon fertig werden."

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