Sport : Wie ein Gruppensieger

Die Schweiz gewinnt 2:0 gegen Südkorea und überzeugt nun auch spielerisch

Armin Lehmann

Hannover - Die Gesangsweltmeister auf beiden Seiten hatten ihren Spaß. Nicht eine Sekunde war es still im Stadion von Hannover, und vielleicht war es die passende Geräuschkulisse zu der Tatsache, dass die Schweiz und Südkorea lange glaubten, sie hätten beide die nächste Runde erreicht und nicht die Franzosen. Doch nach einem leidenschaftlichen Spiel mit vielen Chancen und packenden Zweikämpfen, das die Schweiz verdient 2:0 (1:0) gewann, müssen traurige Südkoreaner nach Hause fahren. Damit ist kein asiatischer Teilnehmer im Achtelfinale vertreten. Die Schweiz spielt am Montag in der K.o.-Runde gegen die Ukraine.

„Bisher haben wir nicht wirklich gut gespielt, trotzdem haben wir die Punkte geholt“, hatte Philippe Senderos von Arsenal London vor dem Spiel gesagt. Vor allem hatte es den Schweizern zuvor an Tempo und Kombinationsspiel gefehlt. Gestern war das anders: Es war zweifellos das beste Spiel der Schweizer. Über die rechte Seite zogen sie über Philipp Degen und Tranquillo Barnetta ein gelungenes Passspiel auf. Nominell hatte Trainer Jakob Kuhn zwar mit Alexander Frei nur eine Spitze aufgeboten, doch der erstmals von Beginn an spielende Hakan Yakin und eben Barnetta stießen mit nach vorn und wechselten oft die Positionen. Südkorea stand dicht gestaffelt wie immer, doch das Schweizer Mittelfeld rotierte, wechselte geschickt das Tempo und wartete auf den Moment für das Zuspiel, das allerdings nicht immer ankam.

Schon in den ersten Minuten erspielten sich die Schweizer so Torchancen, aber entweder scheiterten Barnetta oder Yakin mit Schüssen oder der Ball wurde noch abgefälscht, wie in der zehnten Minute, als Yakin sich den Ball am Strafraum des Gegners erkämpfte, nach innen passte, ein Südkoreaner aber noch das Bein in Barnettas Schuss bekam. Erst nach einer Ecke Barnettas köpfte der aufgerückte Senderos das 1:0 (23.).

Das aggressive frühe Angreifen des Gegners schien die Südkoreaner zu verwundern, schwer fanden sie ihre Linie, um die drei aufgestellten Stürmer anzuspielen. Meist war es Chun-Soo Lee, der Zuberbühler mit harten Schüssen prüfte. Auf der Tribüne, in Rot getüncht, lieferten sich die Fans ein ebenso spannendes Match. Gegen Frankreich hatten die Südkoreaner jedes zaghafte Bemühen der Franzosen, laut zu werden, mit einer Gesangsattacke gekontert. Die Schweizer ließen sich nicht übersingen.

Südkorea erhöhte in Hälfte zwei den Druck, und ihre Fans schrien bei jeder Aktion hysterisch. Ein Tor aber wollte nicht fallen. Die Schweiz entschied das Spiel schließlich in der 77. Minute durch einen Konter. Alexander Frei schoss seine Mannschaft und die Franzosen endgültig ins Achtelfinale.

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