Sport : Wie ein Spiel verlagert wird

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Fußball ist ein einfaches Spiel, und noch einfacher wäre, wenn der Gegner nicht auf dem Platz stünde. Wie gut könnte es zum Beispiel ein Stürmer haben, wenn es keine Torhüter gäbe, die ihre platzierten Schüsse im letzten Augenblick noch aus dem Winkel kratzen? Herthas Angreifer haben das gestern erfahren, bei der letzten Übung der ersten Trainingseinheit im Trainingslager in Tschagguns (Österreich): Zweimal sieben Minuten dauert das Spielchen zwölf gegen elf, nur Feldspieler, ohne Torhüter. Und weil die Tore mit fünf mal zwei Metern etwas kleiner sind als gewohnt, stehen auf jeder Seite des Feldes jeweils zwei, nicht in der Mitte, sondern seitlich versetzt, knapp neben der Eckfahne. Wozu das Ganze? Damit die Stürmer sich ein wenig Selbstbewusstsein holen können, wenn sie Ball um Ball ins Netz ballern? So einfach ist es dann doch nicht. Nur Kopfballtore zählen bei dieser Übung, und der tiefere Sinn ist es, ein taktisches Geschehen zu simulieren, das auch unter Wettkampfbedingungen vorkommt. „Es geht um das Verschieben und um die Spielverlagerung“, sagt Trainer Huub Stevens. Um das Umschalten von kurzen Pässen durchs Mittelfeld auf lange diagonale Bälle über die Verteidiger hinweg. Fredi Bobic trifft übrigens zweimal. Aber ohne Torhüter ist das ja auch kein Kunststück. sth

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