Sport : WIE GEHT’S EIGENTLICH …? … AXEL KRUSE (43)

Foto: ddp

Interview: Lucas Vogelsang

Herr Kruse, wo erwischen wir Sie gerade?

Ich bin gerade für meine Sendung „Spielzug“ mit einem Kamerateam beim Hertha-Training und schaue zu, wie sich die Jungs auf das Spiel gegen Karlsruhe vorbereiten. Ich habe seit einiger Zeit eine eigene Fernsehproduktionsfirma und mache unter anderem auch dieses Magazin für die Deutsche Bahn.

1998 haben Sie Ihre Karriere bei Hertha beendet. Wie eng ist der Kontakt zum Verein heute noch?

Der Kontakt ist immer noch sehr gut. Ich bin seit fünfzehn Jahren Mitglied, habe eine besondere Leidenschaft für diesen Verein, weil ich direkt nach meiner Flucht aus der DDR 1989 zu Hertha gekommen bin und dort sehr positiv aufgenommen wurde. Es ist eine schwierige Zeit, wenn man als junger Mann in eine neue Gesellschaftsordnung kommt.

Anfang der Neunziger Jahre haben Sie zwei Jahre in Frankfurt gespielt. 1993 standen Sie mit der Eintracht im Halbfinale des DFB-Pokals gegen Leverkusen. Bayer siegte 3:0. Nach der verpassten Meisterschaft im Jahr davor war das der zweite Titel, der auf der Zielgeraden verspielt wurde.

Es war natürlich ärgerlich, aber die verspielte Meisterschaft 1992 mit der Niederlage am letzten Spieltag in Rostock war für mich natürlich was ganz Besonders, weil ich neun Jahre in Rostock gespielt und dort die Jugendabteilung durchlaufen habe. Dichter am Titel war ich nie wieder. Mit dem Abstand schmerzt das heute sogar noch mehr als damals. Das Halbfinale gegen Leverkusen war was anderes. Da haben wir verdient verloren.

Die beiden Ostdeutschen Ulf Kirsten und Andreas Thom erzielten die Tore für Bayer. War es für Sie besonders bitter, gerade von den beiden aus dem Pokal geschossen zu werden?

Nein, überhaupt nicht. Es hat mich zwar nicht gefreut – aber wenn einer diese Tore hätte machen sollen, dann diese beiden. Ich kannte sie ja noch aus dem Osten.

Sie waren bereits einmal Trainer bei Tasmania Gropiusstadt. Planen Sie noch einmal eine Rückkehr an die Seitenlinie?

Nein. Die Liebe zum Rasen ist noch da. Aber ich glaube nicht, dass ich das durchhalten würde. Ich habe gemerkt, dass ich mit dem Druck nicht umgehen könnte. Außerdem bin ich jetzt 43. Vielleicht wäre ich früher ein guter Trainer geworden. Aber der Zug ist abgefahren.

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