Sport : WIE GEHT’S EIGENTLICH …? … GÜNTER KUTOWSKI (45)

Interview: Johannes Ehrmann

Herr Kutowski, wo erwischen wir Sie gerade?

Ich sitze zu Hause am Schreibtisch. Ich arbeite seit einigen Jahren als Spielerberater und bin mittlerweile Teil des Teams von „Pro Profil“ von Thomas Kroth, der unter anderem Shinji Kagawa betreut. Ich selbst habe einige Spieler aus dem Zweitligabereich unter Vertrag. Nebenbei leite ich auch noch die Dortmunder Traditionsmannschaft.

Sie selbst haben in der Bundesliga nur für Borussia Dortmund gespielt, 288-mal insgesamt. Können Sie Ihren Spielern heute noch guten Gewissens das Gleiche empfehlen?

Das Geschäft ist viel schnelllebiger geworden, die Trainer wechseln ständig. Es muss eben von allen Seiten her passen. Ich kann doch keinem Spieler empfehlen, bei seinem Verein zu bleiben, nur damit er lange genug da ist. Die Jungs sollen sich sportlich weiterentwickeln – dazu gehört dann sicher auch mal ein Vereinswechsel.

Ihr erstes Bundesligaspiel machten Sie 1985 als 19-Jähriger gegen die Bayern. Welche Erinnerungen haben Sie daran?

Wir hatten einige verletzte Spieler, Erich Ribbeck gab mir die Chance zu spielen. Ich war sehr aufgeregt, aber bei Anpfiff war das vorbei. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und am Ende 1:1 gespielt. Ab der 70. Minute hatte ich einen Krampf nach dem anderen. Aber ich wollte unbedingt auf dem Feld bleiben!

Wem sind Sie denn damals so eifrig hinterhergerannt?

Ich glaube Roland Wohlfarth. Oder Dieter Hoeneß. Beides natürlich richtig große Kaliber. Aber wenn man sich behaupten will als Profi, muss man auch gegen solche Persönlichkeiten bestehen.

Sie haben viermal bei den Bayern gewonnen und waren auch Teil des Teams, das als Letztes in München gesiegt hat – vor 20 Jahren. Auch Ihr erstes Spiel beim FC Bayern gewannen Sie, als Tabellenletzter mit 1:0.

Ich habe die Szene noch heute vor mir: Flanke von rechts, Kopfball Ulli Bittcher, Tor. Sonst war das eine ziemliche Abwehrschlacht. Es waren kaum Zuschauer da, wir waren damals wohl nicht die attraktivste Mannschaft. Aber das hat sich ja mittlerweile Gott sei Dank geändert.

In diesem Jahr dominiert die Borussia die Liga. Wer ist denn der Günter Kutowski des BVB 2011?

(lacht) Na ja, ich würde sagen, Neven Subotic ist von seiner Spielweise

her wohl am nächsten dran. Er ist bissig und zweikampfstark wie ich.

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