Sport : WIE GEHT’S EIGENTLICH …? … JÜRGEN RÖBER (56)

Interview: Lucas Vogelsang

Herr Röber, wo erwischen wir Sie gerade?

Also diese Rubrik ... ist das nach dem Motto: „Was machen Sie denn noch, so kurz vor’m Sterben?“. Manchmal habe ich das Gefühl, nach 40 Jahren als Profi müsste ich erklären, warum ich gerade nichts mache. Ich bin in Berlin. In meiner Stadt, in meiner Wohnung am Potsdamer Platz.

Wir sitzen ja am Anhalter Bahnhof. Dann hätten wir uns eigentlich auch auf einen Kaffee treffen können.

Das stimmt. Wir können uns auch gerne treffen. Sagen wir, in einer halben Stunde im Hyatt?

(Zwanzig Minuten später, Hyatt Hotel) In den vergangenen Jahren haben Sie in Russland und der Türkei gearbeitet. Wie nah waren Sie zuletzt an einer Rückkehr in die Bundesliga?

Ich hätte hier in Berlin arbeiten können. Es gab diesen kolportierten Kontakt. Und es hat mich natürlich gereizt, zu Hertha zurückzukehren. Berlin ist immer noch meine Stadt, ich habe hier die beste Zeit meiner Karriere erlebt. Aber ich konnte das damals aus persönlichen Gründen nicht machen. Und will auch nicht wieder in den Klub hineingeschrieben werden.

In Berlin hat man Sie in erster Linie als Trainer in Erinnerung. Dabei wird oft vergessen, dass Sie lange in der Bundesliga gespielt haben. 1985 haben Sie mit Leverkusen gegen den 1. FC Köln nach einem 2:4 Rückstand noch 4:4 gespielt. War ein Unentschieden im Derby damals für Bayer noch ein Erfolg?

Es war ein Erfolg, weil wir den Rückstand noch aufgeholt haben. Man muss auch bedenken, wer bei den Kölnern alles auf dem Platz stand: Littbarski, Häßler, Schumacher. Und Leverkusen war damals noch nicht das Leverkusen, das es heute ist. Wir hatten noch das alte Stadion mit der Laufbahn. Und Rainer Calmund durfte bei den Profis höchstens mal durch die Tür schauen.

Sie sind nach vielen Stationen als Spieler und Trainer in Berlin heimisch geworden, leben noch immer hier, fühlen mit Hertha BSC. Glauben Sie, dass dem Verein der Wiederaufstieg gelingt?

Das denke ich schon. Einmal, weil ich es hoffe. Und weil ich mir auch nicht vorstellen kann, dass in dieser Stadt und im Verein irgendjemand noch eine zweite Saison in der Zweiten Liga spielen möchte. Und die Mannschaft hat eben dieses Potenzial. Nur muss auf der Tribüne wieder zu sehen sein, dass die Spieler diesen Aufstieg wollen.

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