Sport : WIE GEHT’S EIGENTLICH …? … MARKUS MÜNCH (38)

Foto: picture-alliance / Lajos-Eric Ba

Interview: Johannes Ehrmann

Herr Münch, wo erwischen wir Sie gerade?

Ich komme gerade aus meinem Stall. Ich züchte seit einigen Jahren Rennpferde, seit 2010 bin ich auch Trainer.

Ein ehemaliger Fußballprofi als Pferdezüchter – das müssen Sie uns erklären.

Den ersten Kontakt zum Pferdesport gab es 2002, damals spielte ich in Gladbach und habe in Düsseldorf in der Nähe der Rennbahn gewohnt. Mit meiner Familie war ich oft dort, später habe ich mir dann einige Pferde gekauft. Nach meiner Karriere habe ich den Trainerschein gemacht, was sehr mühsam war, mir aber wahnsinnig viel zurückgibt. Es ist ein absoluter Leistungssport – genau wie der Fußball.

Schade, dass in der Sportschau nicht mehr der „Galopper des Jahres“ gekürt wird.

Die Rubrik gibt es zwar noch, aber die große Öffentlichkeit hat das Pferderennen nicht mehr, das ist richtig. Unser Sport ist schlecht vermarktet worden, obwohl Deutschland in der Zucht weltweit führend ist.

Zurück zum Fußball: Am Wochenende spielt Kaiserslautern gegen Leverkusen ...

Ach ja? Wusste ich gar nicht. Das wird sicher nicht so spannend wie 1996.

Wohl nicht. Damals schossen Sie in der 82. Minute am 34. Spieltag das entscheidende Tor zum Klassenerhalt für Bayer, Lautern stieg ab. Der wichtigste Treffer Ihrer Karriere.

Nicht nur für mich, vor allem für den Verein. Wären wir abgestiegen, hätte es sicher nicht die Investitionen in Stadion und Kader gegeben.

Kaiserslauterns Andreas Brehme weinte danach an der Schulter von Rudi Völler. Ist im Fußball-Geschäft Platz für Mitleid?

Nein, man macht ja seinen Job. Es war mein letztes Spiel für Leverkusen. Ich habe mit Leistenbruch gespielt, hätte eigentlich längst operiert werden müssen. Aber es war schon ein Drama. Alle schauten auf dieses Spiel. Vorher war klar: die oder wir.

Einige Lauterer beschwerten sich, dass der Ball nach einer Verletzung nicht zurückgespielt wurde – so wie neulich bei Dortmund gegen Mainz.

Bei diesem Spielstand zu diesem Zeitpunkt ging es um alles, um Millionen, um die Zukunft des Vereins. Da gibt es kein Fairplay, da spielt kein Spieler freiwillig den Ball zurück oder ins Aus. Der Einzige, der da abpfeifen kann, ist der Schiedsrichter.

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