Sport : WIE GEHT’S EIGENTLICH …? … ZECKE NEUENDORF (35)

Foto: ddp

Interview: Lucas Vogelsang

Herr Neuendorf, wo erwischen wir Sie gerade?

Hier ist Zecke. Das mit dem „Sie“ lassen wir mal. Ich sitz gerade im Auto, fahre durch Berlin und will mir nachher ein paar Jeans kaufen, weil ich heute trainingsfrei habe.

Also Zecke, du hast drei Jahre bei Ingolstadt gespielt, Herthas morgigem Gegner, bist seit diesem Sommer zurück in Berlin und spielst jetzt für Herthas Amateure. War dir immer klar, dass du in die Hauptstadt zurückkommst?

Ich war ja nie aus Berlin weg. Dank eines schnellen Ingolstädter Wagens, auf den ich in den letzten Jahren mehr als 150 000 Kilometer gepackt habe, war ich einmal in der Woche hier. Es war immer so gedacht, dass ich wiederkomme. Berlin ist mein Herzschlag, ich brauche die Berliner Luft zum Atmen, ich bin damit groß geworden. Das heißt aber nicht, dass ich in Ingolstadt unglücklich war. Die haben sich sehr gut um mich gekümmert, mir mein Heimweh genommen. Man sagt ja immer, Bayern und Preußen passen nicht zusammen. Aber ich habe dort sehr viele Freunde gefunden.

Das klingt, als wäre die Entscheidung für Ingolstadt doch die richtige gewesen.

Ich wollte eigentlich nie von Hertha weg. Aber Ingolstadt war eine tolle Zeit, die ich nicht missen will, und für meine Entwicklung ein sehr wichtiger Schritt. Ich bin dort persönlich gewachsen, habe viel gelernt. Das will ich jetzt auch bei den Amateuren weitergeben und den Jungs mit meiner Leistung helfen. Ich kann hier eine Führungsrolle übernehmen.

Du musstest dir Herthas Abstieg aus der Ferne des bayrischen Exils ansehen. Das muss dir doch das Herz gebrochen haben.

Das hat schon sehr wehgetan. Am Anfang haben mich die Jungs in Ingolstadt immer noch ausgelacht, am Ende haben sie mit mir getrauert. Und irgendwann haben sie dann gefeixt, dass ich im nächsten Jahr mit Ingolstadt gegen Hertha spielen könnte und wollten mich so locken, damit ich bleibe. Aber ich bin 2007 vor der Ostkurve überragend verabschiedet worden und wollte nicht gegen diese Fans spielen müssen.

Die Verletztenmisere bei Hertha ist groß. Machst du dir Hoffnungen, noch einmal für Hertha im Olympiastadion aufzulaufen?

Das ist kein Thema für mich. Ich freue mich, dass ich an jedem Wochenende für die U 23 spielen kann und habe mehr Spaß daran, wenn ich jetzt sehe, dass einer von den Jüngeren den Sprung nach oben schafft.

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