Sport : Wie im Delirium

Die Tennis-Weltmeisterschaft hat ihre erste Überraschung: Jennifer Capriati musste sich mit einer 6:3, 4:6, 3:6-Pleite gegen Sandrine Testud im Masters-Viertelfinale aus der Münchner Olympiahalle verabschieden. Allerdings profitierte die 29 Jahre alte Französin (14. der Weltrangliste) von einer Erkältung der 25-jährigen Amerikanerin. "Im ersten Satz war ich wie im Delirium, ich wusste nicht einmal das Ergebnis. Am Mittwoch lag ich mit Halsweh und Fieber im Bett, am Donnerstag hätte ich noch nicht spielen können", erklärte Capriati nach dem Match.

Ihre Niederlage gefährdet ihren ersten Platz in der Weltrangliste. Sollte Lindsay Davenport nämlich heute ihr Halbfinale gegen die Belgierin Kim Clijsters gewinnen, wäre sie die neue Nummer eins der Welt. Allerdings sagte sie angesichts ihrer schlechten Grand-Slam-Saisonbilanz: "Verdient habe ich es nicht."

Online-Gaming Spiel, Satz und Sieg: Der Pong-Klon von meinberlin.de Im Gegensatz zu Capriati löste Serena Williams ihre Aufgabe bei der WM in München problemlos. Durch ein 6:3, 7:6 (7:5) über Justine Henin zog sie in die Vorschlussrunde gegen Sandrine Testud ein. Mit ihrem hautengen, gelben Tenniskleid zog Serena Williams die Blicke der 7000 Zuschauer in der Olympiahalle auf sich und bestimmte auf dem blauen Teppichboden zunächst das Geschehen. In den Pausen lugte die Amerikanerin immer wieder verstohlen auf einen weißen Zettel, den sie unter ihrem Handtuch zu verbergen suchte. Was ihr Vater Richard für Tipps darauf geschrieben hat, wollte sie gleichwohl nicht verraten. "Es hilft mir, mich immer wieder zu konzentrieren."

Sandrin Testud schaffte im zehnten Vergleich mit Jennifer Capriati den vierten Sieg. Das erste Match der Dauer-Rivalinnen hatte die damals 14-jährige Amerikanerin 1990 bei den French Open für sich entschieden. Diesmal zog sie den Kürzeren - so wie vor drei Wochen in Filderstadt. Das über weite Strecken präzise Grundlinienspiel der 14. der Weltrangliste ließ sie nicht aus der Defensive kommen. Von einer Seite des Platzes wurde sie auf die andere gehetzt, und so fehlte letztlich die Konzentration.

Bei den Männern steht Thomas Haas beim letzten Masters-Turnier in Paris im Viertelfinale gegen den Schweden Thomas Johansson (bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet) und darf damit fast schon den Flug zum Masters Cup buchen. Nach seinem 7:5, 6:1-Erfolg über den Belgier Xavier Malisse hat Haas beste Chancen, sich als Letzter für das lukrative Abschlussturnier der besten acht Profis zu qualifizieren. Bei der Veranstaltung vom 12. bis 18. November wird ein Preisgeld von 3,7 Millionen Dollar ausgeschüttet.

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