Sport : Wie im letzten Jahr

Wieder gewinnt Hertha BSC den Ligapokal, wieder gegen Schalke, wieder mit 4:1

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Von Richard Leipold

Bochum. Huub Stevens war die Genugtuung deutlich anzusehen. Mit seinem neuen Verein seinen alten zu besiegen – das war so recht nach seinem Geschmack. Im Vorjahr hatte er im Finale des Ligapokals mit dem FC Schalke 04 gegen Hertha BSC 1:4 verloren, gestern Abend dirigierte er von der Trainerbank Berlins Fußball-Bundesligisten vor nur 10 000 Zuschauern im Bochumer Ruhrstadion zum 4:1 (2:0) gegen Schalke. Hertha BSC ist nach Erfolgen über Bayern München und Borussia Dortmund und nun über den DFB-Pokalsieger Schalke wieder Gewinner dieses Cups. Hoffentlich ist das kein schlechtes Omen für die neue Saison. Im Vorjahr war Hertha nach dem Pokalgewinn miserabel in die Bundesligasaison gestartet.

Stevens hatte ursprünglich vor, in diesen stressigen Tagen möglichst viele seiner Stammspieler zu schonen. Doch natürlich war dieses Spiel gegen seinen alten Klub auch eine Prestigesache für ihn – und es ging zudem um viel Geld. 1,270 Millionen Euro für den Gewinn des Cups sind eine stattliche Summe.

Verzichten musste Stevens natürlich wieder auf Marko Rehmer, Dick van Burik und Stefan Beinlich. Nicht dabei war auch Eyjölfur Sverrisson, der bei seinem Kurzeinsatz in Jena gegen Dortmund einen Rippenbruch erlitten hatte. Geschont wurde auch Mannschaftskapitän Michael Preetz, der noch nicht hundertprozentig fit ist. Und nicht aufgeboten wurde auch Luizao. Für Herthas neuen Brasilianer lag zwar die Spielberechtigung vor, „doch er hat noch einen Trainingsrückstand“ (Manager Dieter Hoeneß). Vielleicht gibt er am Sonnabend beim Kurzturnier in Genua sein Debüt im Hertha-Trikot.

Dass Hertha unter diesen Vorzeichen zur Pause 2:0 führte, musste überraschen, auch wenn natürlich auch Frank Neubarths Schalker nicht in Bestbesetzung antraten. Wie wertvoll die Brasilianer für Hertha sind, wurde auch gestern deutlich. Erst war Marcelinho Torschütze zum 1:0, nur eine Minute später leistete er die Vorarbeit zum 2:0 durch seinen Landsmann Alex Alves. Der hatte schon in Jena beide Tore gegen den Meister aus Dortmund erzielt. Es scheint, als treibe Alves die Konkurrenz durch Luizao zu immer größerer Wirksamkeit. Marcelinho durfte sich zur Pause über ein großes Lob vom DFB-Teamchef Rudi Völler freuen: „Er ist der überragende Spieler auf dem Platz.“

Dass auch Gabor Kiraly sein Fußwerk versteht, bewies er in der zweiten Halbzeit. Bei Großchancen von Agali und Sand klärte der Ungar glänzend. Als dann aber Josip Simunic zum zweiten Male gegen Agali zu spät kam und dieser wieder aufs Hertha-Tor schoss, war Kiraly doch geschlagen. Es stand nach einer Stunde nur noch 1:2, Hertha musste wieder bangen. Um so mehr, als die Schalker immer stärker wurden. Doch als eine Attacke von Schalkes Torhüter Rost an Goor mit einem umstrittenen Elfmeter geahndet wurde und Marcelinho zum 3:1 verwandelte, war alles für Hertha gelaufen. Pinto setzte dann noch einen drauf zum 4:1.

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