Sport : Wie im Training

Alba Berlins Basketballer gewinnt bei Avitos Gießen 92:72

Jürgen Heide

Von Jürgen Heide

Gießen. Erst ein Spiel in der Basketball-Bundesliga gewonnen, einen Spieler – Roman Horvat – wegen mangelnder Leistung rausgeschmissen und gerade erst einen neuen Spielmacher verpflichtet, der integriert werden muss. Allzu optimistisch konnte der bisherige Tabellenvorletzte Avitos Gießen gestern nicht in das Nachholspiel gegen den in sieben Bundesligaspielen ungeschlagenen Deutschen Meister Alba Berlin gehen. Doch zumindest einer rechnete mit einem „engen Spiel“: Robert Mayer, Albas Geschäftsführer. Schließlich hätten die Berliner 48 Stunden zuvor viel Kraft im Euroleaguespiel gegen Pau-Orthez gelassen. Nach 16-Punkte-Rückstand hatte Alba dank großer Energieleistung noch gewonnen.

Dass Mayer den Gießenern so viel zutraute lag möglicherweise daran, dass er noch eine gewisse Sympathie für den Klub hegt – er war dort bis 1998 Manager. Doch sein alter Klub hatte gegen den neuen keine Chance: Auch ohne die immer noch verletzten Nationalspieler Jörg Lütcke und Henrik Rödl siegten die Gäste 92:72 (42:36). In einer über lange Strecken zerfahrenen Partie führte Alba schon nach fünf Minuten 13:7, sieben Punkte dazu steuerte Quadre Lollis bei. Doch ein gemütlicher Abend wurde es vorerst nicht für die Gäste – nach dem ersten Viertel lag Alba plötzlich 18:20 zurück. Mithat Demirel, der für den schnell mit zwei Fouls vorbelasteten DeJuan Collins ins Spiel kam, brachte sein Team mit zwei erfolgreichen Dreipunktewürfen wieder in Front. Zur Halbzeit hatten sich die Berliner eine Sechs-Punkte-Führung erspielt. Erheblichen Anteil daran hatte Lollis mit 13 Punkten und 7 Rebounds. Bester Werfer zur Pause war Gießens Björn-Aubre McKie (14 Punkte/insgesamt 25).

Alba agierte im dritten Durchgang so souverän (57:43), dass Trainer Emir Mutapcic Nachwuchsspieler Guido Grünheid einwechselte. Als der 20-Jährige mit Gießens James Hamilton rangelte und beim Aufstehen nachtrat, wurde die Partie hektisch und Gießen verkürzte mit sieben Punkte in Folge auf 57:65. Doch Albas Sieg war nie in Gefahr, das vierte Viertel geriet nach einer 10:0-Serie von Alba zum Trainingsspiel, Gießen hatte nichts mehr entgegenzusetzen. Beste Werfer bei Berlin waren Lollis (20 Punkte/10 Rebounds) und Jovo Stanojevic (19/9).

Nach dem Stress der vergangenen Tage können zumindest die Nicht-Nationalspieler etwas verschnaufen. Wegen der EM-Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft, für die auch die Berliner Mithat Demirel, Marko Pesic und Stefano Garris nominiert sind, ist zwei Wochen Spielpause.

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