Sport : Wie im Training

SCC gewinnt Lokalderby gegen Volley Dogs mühelos 3:0

Frank Bachner

Berlin. Irgendwann im dritten Satz lief Sebastian Prüsener versehentlich ins Netz. Er konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen, Pech gehabt. Aber musste sein Trainer nun deshalb gleich eine Auszeit signalisieren? Immerhin führte der SC Charlottenburg ja immer noch 15:14 und 2:0 nach Sätzen. Aber Mirco Culic, der Coach der Charlottenburger, signalisierte: Pause, und diese Geste hatte für einen Moment etwas unerwartet Dramatisches. Mussten die Volley Dogs Berlin aus dem Rhythmus gebracht werden? Oder wurden sie beim SC Charlottenburg nervös? Beim Deutschen Volleyball-Meister, in eigener Halle? Aber die Auszeit hatte nichts mit Prüsener und wenig mit dem Spielstand zu tun. SCC-Coach Mirco Culic wollte bloß kurz eine eher unbedeutende taktische Besprechung abhalten.

Den Gegner? Ja, den gab’s auch noch. Aber Mirco Culic nahm ihn nicht besonders ernst. Nach dem 3:0 (25:12, 25:15, 25:19)-Erfolg in der Volleyball-Bundesliga jedenfalls nicht mehr. Und wohl schon nach dem ersten Satz nicht, nach dem zwischenzeitlichen 11:1. „Ich hätte nicht gedacht. dass wir so leicht siegen würden“, sagte der SCC-Trainer. „Wenn wir im Training gegeneinander spielen, ist das Niveau höher als bei dieser Partie.“

Diesen Spielverlauf hatte vorher wohl niemand in der Halle geahnt. Die Volley Dogs hatten ihren Kader ausgetauscht, aber das aktuelle Team war nur ein Sparringspartner für den SCC. Die Annahme war miserabel, der Block ohne große Wirkung, die Sprungaufgaben waren zu selten druckvoll. Die Gäste lebten vor allem von den Fehlern beim SCC.

Nur: Wieso siegte dann der SC Charlottenburg nicht noch deutlicher? Weil „ich fast gar nicht auf dem Feld war und mein schlechtestes Spiel seit Jahren geliefert habe“, gab Außenangreifer Marco Liefke zu. Ausgerechnet Liefke, der Motor der Mannschaft. Der SCC spielte nach dem ersten Satz unkonzentriert, und gegen viele andere Teams wäre das bestaft worden. Jan Günther und Eugen Bakumowski hatten Schwächephasen, und Libero Nisse Huttunen hatte trotz der eher schwachen Aufgaben Probleme mit der Annahme. Und Jaroslav Skach bemühte sich, aber viel ging nicht. Der Tscheche soll Zuspieler Frank Dehne ersetzen, aber Skach fehlte noch die Bindung zu seiner Mannschaft. „Für ihn war es schwer, ich habe viel ausgewechselt, da kam er nicht in seinen Rhythmus“, sagte Trainer Culic.

Nur Prüsener, der zweite Neuzugang, überzeugte. „Er hat beim Aufschlag und bei der Annahme sehr gut gespielt, er zeige,, dass er ein Leistungsträger ist“, sagt Charlottenburgs Trainer Culic. Der Rest des SCC dämmerte ziemlich bald mehr oder weniger vor sich hin. Immerhin: Zum Sieg reichte es. Liefke konstatierte trocken: „Die haben uns eingelullt.“

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