Sport : Wie im Traum

Serena Williams trifft im Finale auf Scharapowa

Stephanie Souron

Berlin - Serena Williams ist eine sehr erfolgreiche Frau. Insgesamt hat sie sechs Grand-Slam-Turniere gewonnen. Sie ist die Titelverteidigerin in Wimbledon, 20 Spiele in Folge hat sie an der Church Road nicht mehr verloren. Zuletzt gewann sie am späten Donnerstagabend das Halbfinale gegen Amelie Mauresmo mit 6:7, 7:5 und 6:4. Heute tritt sie im Endspiel der 118. All England Championships an, um ihrer Sammlung den siebten Titel hinzuzufügen. Ihre Gegnerin ist die erst 17 Jahre alte Maria Scharapowa.

Doch Serena Williams ist längst nicht mehr nur auf dem Tennisplatz erfolgreich: Sie hat ein Modelabel namens „Aneres“ entworfen und trägt ihre Kreationen auch gerne bei den Spielen. „Aneres“ klingt kryptisch, heißt aber nichts anderes als „Serena“ rückwärts gelesen. Darauf weist Williams gern in den Pressekonferenzen hin, überhaupt erzählt sie recht viel dieser Tage. Da es in diesem Jahr in Wimbledon so häufig geregnet hat, konnte man einiges über sie erfahren. Zum Beispiel, dass Williams den englischen Fußballer Wayne Rooney „echt süß“ findet.

Weniger auskunftsbereit gab sie sich, als sie in der Pressekonferenz gefragt wurde, wie sie sich denn auf das Match gegen Scharapowa vorbereiten werde. Die Frage ist berechtigt, denn zum ersten Mal seit 1999 steht ihr bei einem Grand-Slam-Finale nicht ihre ältere Schwester Venus gegenüber. Serena Williams aber wollte über ihre Match-Vorbereitungen nicht sprechen, jedenfalls nicht so richtig. Sie teilte nur mit: „Der Löwe ist der König des Dschungels, aber der Tiger ist der König des Waldes.“ Was das heißt, könne sich jeder selbst überlegen. Des Weiteren ließ Williams wissen, dass sie geträumt habe, dass ihre Schwester Venus früh aus dem Turnier ausscheiden werde und sie selbst gegen ein junges Mädchen spielen müsse. „Ich habe öfter solche Déjà-Vu-Erlebnisse“, gestand Williams.

Sie scheinen ihr Glück zu bringen, denn als erste Spielerin nach Steffi Graf (1991-1993) hat die Amerikanerin die Möglichkeit, zum dritten Mal in Folge den Titel in Wimbledon zu gewinnen. „Das war mein Ziel von Anfang an“, sagte die 22-Jährige. Nach dem Erfolg im Vorjahr musste sie acht Monate mit einer Knieverletzung pausieren und spielte erst im März wieder. In dieser Zeit fiel sie in der Weltrangliste von Platz eins auf zehn.

Nach dem Halbfinal-Erfolg gegen Mauresmo war sie daher erleichtert, auch wenn sie nach eigenen Angaben „nicht gut gespielt“ hatte. „Um so glücklicher bin ich, dass ich mich durchkämpfen konnte.“ Auch Maria Scharapowa war nach ihrem Sieg gegen Lindsay Davenport erstaunt: „Es ist ein Traum.“ Heute Nachmittag ab 15 Uhr wird sich zeigen, für wen er glücklich endet. Die Gunst der Zuschauer scheint in jedem Fall klar verteilt. „Sie sind immer für den Außenseiter“, gab Williams zu bedenken. „Es würde mich auch irritieren, wenn sie mich zu sehr unterstützen würden.“

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