Sport : „Wie Sodom und Gomorrha“

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Meinen Geburtsort in der Ukraine hätte ich wohl kaum wiedererkannt. In Russland wollte ich auch nicht bleiben. Ich wollte nach Hause – nach Deutschland. Zuerst kam ich nach Prenzlau. Gerade zu Weihnachten, am 20. Dezember 1996. Ich bin gleich in die große Kirche. Die Weihnachtslieder haben mich fasziniert, ich habe so etwas nie gehört in Russland. Meine Großmutter hatte mir viel über die deutsche Kultur erzählt. Aber das Land hat mich nicht so aufgenommen, wie Oma es erzählt hat. Ich habe hier viel Schlimmes gesehen, zum Beispiel diese Love Parade, das ist etwas Schreckliches, wie Sodom und Gomorrha. Als deutscher Mensch bin ich hierher gekommen, ich habe gedacht, ich kann hier etwas über die Kultur lernen, aber ich finde hier keine Kultur. Also bete ich. Für das deutsche Volk, die Politiker, für die unmenschlichen Behörden. Und weil gerade Ramadan ist, bete und faste ich mit meinen muslimischen Nachbarn.

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