Sport : Wie viel Ärger erlaubt ist

Manfred Amerell

erklärt, warum Trainer Funkel auf die Tribüne musste 87. Minute in der Hamburger AOL-Arena. Der Frankfurter Trainer Friedhelm Funkel gerät außer sich, nachdem der Hamburger SV das 1:0 erzielt hat. Er beklagt sich über eine vorangegangene Entscheidung des Schiedsrichters, wirft eine Trinkflasche auf den Boden und tritt gegen die Bank. Schiedsrichter Kinhöfer schickt Funkel daraufhin aus dem Innenraum. Wie viel Aufregung darf sich ein Trainer erlauben?

Die Grenzen sind klar definiert. Wenn der Trainer den Schiedsrichter, seine Assistenten oder den vierten Mann beleidigt, dann kann er schon beim ersten Mal aus dem Innenraum verwiesen werden. Oder wenn er sich einfach nicht beruhigen will. Denn wenn der Schiedsrichter alles zulässt, hat das Einfluss auf das Verhalten der Spieler und der Zuschauer. Manchmal kommen auch mehrere einzelne Situationen zusammen, bis die Schmerzgrenze überschritten ist, das war wohl auch bei Funkel der Fall. Die deutschen Schiedsrichter sind noch vergleichsweise großzügig. In den europäischen Wettbewerben gibt es dagegen keine Zugeständnisse. Insgesamt gibt es aber heute viel weniger Verweise als früher. In 306 Bundesligaspielen der vergangenen Saison ist nur ein Trainer hinausgestellt worden, es war der Mainzer Jürgen Klopp, weil er den Assistenten „Arschloch“ genannt hatte. Das Gehampel ist deutlich weniger geworden, es gibt weniger Stress an der Außenlinie. Das liegt vor allem am vierten Mann. Der wirkt deeskalierend, er nimmt das Gift raus, indem er mit den Leuten redet. Damit schützt er auch die Assistenten. Untersuchungen haben schließlich ergeben, dass der Assistent auf der Seite der Trainerbänke wesentlich mehr Fehler macht als der auf der Gegenseite, weil er viel größeren Einflüssen ausgesetzt ist. Deswegen wollen wir den vierten Mann auch in der Zweiten Liga haben.

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