Sport : Wie zu Effenbergs Zeiten Gladbach etabliert sich in der Bundesligaspitze

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Mönchengladbach Der Erfolg ging an diesem Bundesligaspieltag in der allgemeinen Wahrnehmung fast ein bisschen unter, weil der geschlagene Gegner im siebten Spiel hintereinander ohne Sieg blieb und seinem Trainer Michael Henke schon das Vertrauen aussprechen musste. Aber mit dem 4:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern festigte Borussia Mönchengladbach den überraschenden fünften Tabellenplatz. So gut waren die Gladbacher seit zehn Jahren nicht platziert. Damals hieß der Spielmacher noch Stefan Effenberg.

„Wir nehmen das gerne mit. Das steigert das Selbstwertgefühl“, sagte Gladbachs Sportdirektor Peter Pander. „Aber das wird noch ein langer und harter Weg, um sich auf solchen Tabellenplätzen etablieren zu können.“ Die Fans im Borussia-Park jedenfalls feierten ihre Mannschaft ausgelassen. „Das ist doch klar. Die Euphorie wächst von Sieg zu Sieg“, sagte Torschütze Peer Kluge, der seit Wochen in bestechender Form spielt.

Am Samstag trafen die Gladbacher auf einen schwachen Gegner. Bei allen drei Toren von Kluge, dem ehemaligen Lauterer Jeff Strasser und Oliver Neuville wirkte die Defensive der Pfälzer überfordert. Lauterns Timo Wenzel traf zudem ins eigene Tor. „Es kommt im Moment knüppeldick für uns. Aber Moral und Einstellung stimmen. Wir schlagen uns derzeit immer selbst“, sagte Michael Henke. Die Lauterer hatten Pech, als Schiedsrichter Peter Gagelmann ihnen zwei Elfmeter verweigerte.

„Ich bin natürlich sehr zufrieden mit dem Sieg, auch wenn das Ergebnis ein wenig zu hoch ausgefallen ist“ sagte Gladbachs Trainer Horst Köppel. „ Kaiserslautern hat nicht so schlecht gespielt, wie man aufgrund des Ergebnisses denken könnte.“ Obwohl der Sieg gegen die Lauterer auch etwas glücklich zustande kam, scheint die Mannschaft von Horst Köppel die Wandlung vom Abstiegskandidaten zum Aspiranten für höhere Aufgaben allmählich zu bewältigen. Das Erfolgs-Geheimnis klingt recht einfach. „Ein wichtiger Grund ist, dass wir seit längerem fast immer in der gleichen Besetzung spielen“, sagte Kluge, der neben Hassan El-Fakiri und Thomas Broich auch endlich für die nötige Torgefährlichkeit aus der zweiten Reihe sorgt.

„Wir sind froh, immer noch auf dem fünften Platz zu stehen. Das ist aber nur eine Momentaufnahme“, sagte Oliver Neuville. „Deswegen werden wir auch keine Ziele korrigieren, sondern weiter hart arbeiten, damit der Erfolg so lange wie möglich bleibt.“ Auch Horst Köppel mahnte bei aller Freude über den unerwarteten Erfolg schon zur Besonnenheit. „Es stehen für uns schwere Spiele an. Da wollen wir ganz ruhig und auf dem Teppich bleiben. Wir haben schon mehr erreicht, als wir erwartet haben“, sagte der Borussen-Trainer. dpa/Tsp

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