Sport : Wieder gescheitert

Alba Berlin verliert nach starkem Beginn 76:91 bei Bosna Sarajevo und scheidet aus dem Uleb-Cup aus

Helen Ruwald

Berlin - Alle Rechenspiele waren überflüssig, es gab kein banges Warten auf das Spielende in Hallen irgendwo in Europa. Dazu waren Alba Berlins Basketballer einfach zu schwach. Mit 76:91 (40:34) verloren sie gestern Abend das letzte Gruppenspiel im Uleb-Cup bei Bosna Sarajevo und schieden als Tabellenfünfter aus. Mit einer Niederlage mit bis zu fünf Punkten hätte Alba sich als Dritter der Gruppe A für die nächste Runde qualifiziert, doch mit katastrophalen letzten zehn Minuten (15:29) machte sich der Bundesliga-Tabellenführer nach starker erster Hälfte alles kaputt. Die Mannschaft beendet die Gruppenphase punktgleich mit Sarajevo und Siauliai (Litauen), hat aber im Dreiervergleich das schlechteste Korbverhältnis.

„Das tut weh“, sagte Albas Teammanager Henning Harnisch. „Das war der berühmte Hexenkessel. Im dritten Viertel hat man gesehen, dass das Spiel kippen kann, im vierten Viertel hat Bosna sich in einen Rausch gesteigert und verrückte Würfe getroffen und war nicht zu stoppen.“ In dieser Phase habe das Team „alles gegeben, von der Seite gibt es keine Vorwürfe“. Der Wille war da, das Können fehlte.

32 von 54 Teams ziehen in die nächste Runde ein – Alba ist nicht dabei. Das Team mit Euroleague-Ambitionen, das im Sommer nicht nur erneut den Großteil des Teams, sondern auch den Trainer ausgetauscht hat, ist wieder gescheitert, wie so oft in den vergangenen Jahren in Europa. Im Vorjahr hatte Alba zumindest das Achtelfinale erreicht.

Alba gewann in dieser Saison vier von zehn Uleb-Cup-Spielen, die Heimspiele gegen Bosna, Siauliai und Guildford sowie das Spiel in England. Es gelangen die Pflichtsiege, aber nicht mehr. Albas Aufsichtsratssprecher Axel Schweitzer ist zwar „enttäuscht, weil wir es selber in der Hand hatten“, will aber an der Zielsetzung, möglichst schnell in die Europaliga zurückzukehren, festhalten. „Wir haben eine mittel- und langfristige Zielsetzung. Unsere Ansprüche bleiben bestehen.“ Schließlich seien die Voraussetzungen, unter denen Alba die Saison begonnen habe, ungünstig gewesen, sagte er gestern Abend in Anspielung auf die Kreuzbandrisse von Spielmacher Goran Jeretin und Johannes Herber vor Saisonbeginn.

18 Punkte von Aleksandar Rasic, 15 von Goran Nikolic und zehn von Julius Jenkins waren gestern nicht genug. Spielmacher Bobby Brown enttäuschte und machte nur drei Punkte. Brown wie Jenkins schieden in der Schlussphase mit fünf Fouls aus. Topscorer war Bosnas Lance Williams mit 20 Punkten. Sein Team ist weiter, es brauchte einen Sieg mit 15 Punkten Unterschied, um Dritter zu werden – und exakt den errang es.

Das Team solle sich nicht von der hitzigen Atmosphäre in der Mirza-Delibasic-Arena einschüchtern lassen, hatte Albas Geschäftsführer Marco Baldi gefordert. Nervös waren denn zunächst auch nur die Gastgeber. Drei Freiwürfe in Folge verwarfen sie in den ersten Minuten, sodass die couragiert beginnenden Berliner unter anderem durch zwei Dreipunktewürfe von Goran Nikolic nach acht Minuten 14:7 führten. Bosna kam zwar wieder auf einen Punkt heran, doch Alba ließ sich nicht aus der Fassung bringen und konterte mit weiteren Dreipunktewürfen: Erneut Nikolic sowie zweimal Vujadin Subotic trafen aus der Distanz und warfen Albas 29:20-Führung heraus. Sechs Dreier zur Pause bei den Berlinern standen nur zwei bei Sarajevo gegenüber – der entscheidende Unterschied.

Doch nach der Pause änderte sich das Bild. Mit einer 12:4-Serie übernahm Bosna Sarajevo nach 24 Minuten erstmals die Führung. Das Spiel war nun extrem eng, nach dem dritten Spielabschnitt stand es 62:61. Siauliai war zu diesem Zeitpunkt gegen Badalona bereits chancenlos: 37:65, Alba war trotz des Rückstandes weiter. Doch statt das Spiel wieder unter Kontrolle zu bekommen, ließ Alba die Bosnier, die ihrerseits nun die Distanzwürfe trafen, davonziehen. Die Berliner hatten nichts mehr entgegenzusetzen und beendeten ihre internationalen Auftritte mit einem Debakel.

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