Sport : Wieder Williams gegen Williams

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London. Serena Williams hatte gerade den ersten Satz auf dem Centre Court der All England Championships in Wimbledon gewonnen, als Venus Williams im Presseraum bereits nach dem Endspiel gegen ihre Schwester gefragt wurde. „Es wird nicht leichter, gegen Serena zu spielen, sie wird immer besser“, sagte Venus Williams. Die ältere der beiden Williams-Schwestern hatte ihr Halbfinale in Wimbledon gegen Justine Hénin 6:3, 6:2 gewonnen, doch die Fragen nach dem Endspiel gegen Serena waren berechtigt. Die 21-Jährige fertigte die Französin Amelie Mauresmo 6:2, 6:1 ab. Nur eine Aussage von Venus sollte sich als verfrüht erweisen. „Ich spiele gegen die Nummer zwei, eine echte Herausforderung“, sagte Venus Williams. Das war falsch: Serena Williams wird in der kommenden Woche die neue Nummer eins der Tennis-Weltrangliste sein, egal, wie das Finale endet.

Durch ihren Sieg über Mauresmo löst Serena Williams ihre Schwester Venus als Führende ab. „Ich wusste das vor dem Spiel gar nicht“, sagte Serena Williams, „aber ich habe mich wirklich gefreut und sogar ein paar Tränen vergossen.“ Am Samstag beim Finale in Wimbledon kann Serena auch auf dem Platz zeigen, dass sie inzwischen die bessere der beiden Schwestern ist. Der Wechsel in der Familien-Rangfolge hat sich schon bei den French Open  abgezeichnet. Serena siegte 7:5, 6:3. „In den letzten drei Grand-Slam-Turnieren, bei denen ich startete, bin ich jedesmal ins Finale gekommen – ich glaube, das ist gar nicht schlecht“, sagte Serena. Die Australian Open 2002 rechnet sie dabei nicht ein, da musste sie im Halbfinale verletzt aufgeben.

Die beiden Schwestern dominierten das Feld in Wimbledon nach Belieben. Tatsächlich ist das Frauentennis ohne Martina Hingis und Lindsay Davenport zur Familiensache geworden. Das Finale wird das zehnte offizielle Duell der Schwestern untereinander sein, fünfmal gewann bisher Venus. Die letzten beiden Male aber siegte die Jüngere.

Größere Probleme als auf dem Tennisplatz scheinen die Schwestern abseits des Platzes zu haben. In Wimbledon wurde ein 34-Jähriger aus Frankfurt (Main) festgenommen, der Serena Williams bereits seit längerer Zeit verfolgt. „Stalker“ nennen die US-Amerikaner dieses Phänomen. Der Mann wurde gestern von einem Gericht in Wimbledon wieder auf freien Fuß gesetzt. „Serena ist gefangen im eigenen Haus“, schrieb die „Daily Mail“ zuvor. Die 20-Jährige wird weiter von einem Bodyguard rund um die Uhr beschützt. Benedikt Voigt

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