• „Wievielter bin ich?“ Deutsche holen Silber und Bronze im Langstreckenschwimmen

Sport : „Wievielter bin ich?“ Deutsche holen Silber und Bronze im Langstreckenschwimmen

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Barcelona (dpa). Was für ein Auftakt. Christian Hein und Britta Kamrau holten zu Beginn der SchwimmWM in Barcelona Silber und Bronze. „Das ist Wahnsinn, das ist grandios“, sagte der Überraschungs-Zweite Hein aus Würzburg, als er seinen Coup im Langstreckenschwimmen über fünf Kilometer begriffen hatte. Kamrau, die 24 Jahre alte Jura-Studentin aus Rostock, war erst einmal platt. „Ich kann nicht mehr“, sagte sie, „das Ziel kam und kam nicht näher. Jetzt bin ich überglücklich.“

Christa Thiel, Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), jubelte im Ziel unweit der weltbekannten Ramblas mit: „Hervorragend. Das ist ein toller Auftakt und sorgt für gute Stimmung in der Mannschaft.“ Die Synchronspringerinnen Anke Piper und Christin Steuer (Berlin) verpassten zum Auftakt vom Turm das Finale. „Das war nicht so gut“, lautete der Kommentar von Springerwart Walter Alt.

„Wievielter bin ich?“, fragte Hein, als er im Hafen von Barcelona an Land kletterte. Nach großartigem Kampf, einer taktischen Meisterleistung und einem grandiosen Schlussspurt musste sich der 20 Jahre junge Student nur dem Russen Jewgeni Koschkarow beugen: „Ich habe von Anfang an versucht dranzubleiben. Es hat geklappt.“ Andreas Maurer (Wiesbaden) konnte nicht in den Medaillenkampf eingreifen.

Glücklich fiel Britta Kamrau ihrem argentinischen Freund Augusto Cornestein in die Arme, der an ihrem Bronze-Tag seinen 26. Geburtstag feierte. Im Kampf der 35 Konkurrentinnen hatte die Rostockerin im Spurt noch alles herausgerissen. Viola Valli aus Italien verteidigte ihren Titel vor Jana Pechanova aus Tschechien. Die erst 17 Jahre alte Stefanie Biller aus Nördlingen wurde Siebte. Kampf bis zum Umfallen war angesagt. „Es war ein ziemlich schnelles Rennen und ziemlich hart“, sagte Britta Kamrau. Die Langstreckler mussten bei 25 Grad nicht nur gegen die Konkurrenz, sondern auch gegen Blechdosen und Quallen ankämpfen.

Am Mittwoch will Britta Kamrau ihren WM-Titel über 10 km verteidigen. Bundestrainer Christian Bartsch warnte: „Jetzt kommt der Erfolgsdruck hoch. Wir kämpfen um den Titel, aber du musst erst einmal eine Medaille schaffen.“ Um die Medaillen mitschwimmen will über 10 km auch die Wiesbadenerin Angela Maurer. Auch Hein will wieder angreifen.

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