Sport : Wilde Verdächtigungen schaden Baumann mehr als sie ihm nützen (Kommentar)

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Warum bloß hat es so lange gedauert, warum ist denn keiner vorher darauf gekommen? Natürlich, wer sollte es denn sonst gewesen sein: Damian Kallabis und sein gewiefter Trainer Stéphane Franke. Sie sind in St. Moritz zur Massage gegangen mit einem Handtuch und einer nandrolonverseuchten Zahnpastatube. Damit wäre der Fall Dieter Baumann dann wohl erledigt. Oder?

Doch da gibt es zurzeit noch die hinderliche Realität. Und die sieht anders aus. Denn die Beweise im Fall Dieter Baumann stammen bislang weder aus zweifelhaften Interviews noch aus Zahnpastatuben. Statt dessen gibt es zwei jeweils positive A- und B-Proben. Daran hat sich, trotz des Wirbels in den vergangenen beiden Tagen, nichts geändert. Im Augenblick bleibt dem Rechtsausschuss des Deutschen Leichtathletik-Verbandes nichts anderes übrig, als Dieter Baumann, den Olympiasieger von 1992 in Barcelona, für zwei Jahre zu sperren.

Einmal angenommen, es wäre nicht Baumann gewesen, sondern, sagen wir, Lars Riedel. Wenn der Diskuswurf-Olympiasieger etwas von Zahnpastatuben erzählt hätte und von einem Konkurrenten, der diese vertauscht hätte - viele hätten laut gelacht. Darunter sicher jene, die nun versuchen, Baumann zu helfen. Gegen eine gewisse Unterstützung ist nichts einzuwenden. Doch es kommt darauf an, wie man das macht, wer das macht und wie sie bewertet wird. Jetzt wurde deutlich über das Ziel hinausgeschossen. Und das dürfte der Sache und vor allen Dingen dem Ansehen Dieter Baumanns am Ende mehr schaden als nutzen. Nicht seine Dopingprobe, sein Image wird dadurch negativ.

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