Wildes DEL-Spiel : Eisbären schlagen Nürnberg 6:2

Die Eisbären gewinnen gegen Nürnberg in einem wilden Eishockeyspiel am Ende doch noch deutlich mit 6:2. Ein Versprechen für eine stabilere Zukunft beim Deutschen Meister war der Sieg allerdings nicht.

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Abgedreht. Jamie Arniel schießt die Eisbären gegen die Ice Tigers in Unterzahl 2:1 in Führung.
Abgedreht. Jamie Arniel schießt die Eisbären gegen die Ice Tigers in Unterzahl 2:1 in Führung.Foto: contrastphoto

Berlin – Vor der Saison wurden die Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) als großer Favorit auf den Titel gehandelt. Und als ein Herausforderer des Meisters aus Berlin galten die Nürnberg Ice Tigers. Die Franken hatten sich schließlich großspurig verstärkt. Wenige Wochen vor Beginn der Play-offs in der Liga allerdings versprühte die Ansetzung Berlin gegen Nürnberg am Dienstag nicht das Flair eines Spitzenspiels, dafür waren beide Mannschaften spitzenmäßig verkrampft. Die Eisbären überstanden das wilde Spiel besser als ihr Gegner und siegten 6:2 (3:1, 1:1, 2:0).

Die interessanteste Szene in punkto Hilflosigkeit lieferte Nürnbergs Verteidiger Tim Schüle ab, als er im zweiten Drittel statt den Puck ins leere Berliner Tor zu legen ihn parallel zur Torlinie in Richtung Bande schoss. Es war eben das Spiel Sechster gegen Neunter. Die Angst, dass die Saison schon vor Beginn der Play-offs vorbei sein könnte, spielte auf beiden Seiten mit. Es war wenig übrig vom Glanz des letzten Aufeinandertreffens von Nürnbergern und Berlinern, die am 5. Januar beim Winter Game im Fußballstadion von Nürnberg im Mittelpunkt eines großen Spektakels vor 50 000 Zuschauern gestanden hatten. Da hatten die Eisbären 3:4 verloren und sich über die Qualität der Spielfläche beschwert. Beim Freiluftspiel in Nürnberg hatte es geregnet. Diesmal schneite es sogar – natürlich nur vor der Halle am Ostbahnhof, in die 13 700 Zuschauer gekommen waren. Auf dem Eis wirkte es trotzdem so, als spielten zwei Teams in dichtem Schneetreiben. Wenige Pässe kamen an und im Stellungsspiel wurde auf beiden Seiten permanent die Orientierung verloren und munter um die Wette gekontert.

Frank Hördler brachte die Berliner im ersten Drittel in Führung. Nach dem Ausgleich in Überzahl durch Yazin Ehliz wirkten die Franken kurzzeitig so, als wollten sie ernsthaft am Spiel teilnehmen. Doch dann gestatteten die Ice Tigers den Berlinern den Führungstreffer. Jamie Arniel traf in Unterzahl. Wenig später gelang Mads Christensen das 3:1. Das konterte Schüle mit seinem Fauxpas am leeren Berliner Tor und dann kam doch Patrick Reimer mit einem weiteren Nürnberger Treffer. Hätten die Franken sortierter gespielt, hätten die Berliner sicher Probleme bekommen. Aber so konnten sie den im zweiten Drittel überlegenen Gegner mit einem Kontertor zum 4:2 ärgern. Der seit Wochen glücklose Matt Foy erzielte es.

Es war auch in Berlin nicht so einfach zu erkennen, welche Pläne Bengt-Ake Gustafsson – seit Dezember Trainer in Nürnberg – mit seinen Ice Tigers hat. Der Schwede, 2006 als Trainer Olympiasieger und Weltmeister mit seinem Heimatland, hat zurzeit wenig Erfolg. Auch beim Spiel in Berlin nahm die Pleite dann noch klare Dimensionen an, weil die keinesfalls überzeugenden Eisbären ihre Torchancen nutzten – wie Tyson Mulock, der zum 5:2 traf. Sein Bruder Travis James lieferte derweil nach sieben Wochen Pause ein gutes Comeback ab und traf kurz vor Schluss noch zum 6:2 für die Eisbären, die am Freitag in Iserlohn wieder Darin Olver einsetzen dürfen. Seine Sperre nach der Matchstrafe vom Sonntag in Augsburg wurde von der DEL auf ein Spiel begrenzt.

„Der Sieg war ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Frank Hördler. Die Tabelle bestätigt diese Aussage, denn die Eisbären kletterten von Platz sechs auf vier. Ein Versprechen auf eine kurzfristig stabile Zukunft bei den Eisbären waren die drei Punkte aber noch nicht.

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