Sport : Willkommen in der Realität

Das starke Debüt des Eisbärentorwarts Dschunussow

Claus Vetter

Berlin - Drei Frankfurter Versuche, drei Frankfurter Tore. So ganz hat es für Daniar Dschunussow am Ende nicht geklappt mit dem glanzvollen Debüt in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Jedenfalls nicht im Penaltyschießen. Immerhin hatte es nach 60 Minuten beim Spiel der Eisbären bei den Frankfurt Lions 1:1 gestanden. Nicht schlecht für einen 18 Jahre alten Torhüter. Doch dann liefen Frankfurts Topscorer Patrick Lebeau und zwei seiner Kollegen an, und dann war Dschunussow ganz schnell wieder in der Realität. Er nimmt es gelassen. „Ich bin kein Torwart für das Penaltyschießen“, sagt er. „Das habe ich bisher nur ein- oder zweimal gewonnen.“

Diese seltenen Erfolgserlebnisse in der selbst in der DEL nicht unumstrittenen Prozedur zur Entscheidungsfindung nach einem Unentschieden hatte Dschunussow bisher nur bei den Eisbären-Juniors, dem Berliner Reserveteam in der drittklassigen Oberliga. Sein DEL-Debüt hatte er unglücklichen Konstellationen zu verdanken: Die Nummer eins, Oliver Jonas, musste wegen einer Grippe passen, Ersatztorwart Youri Ziffzer war mit der U-20-Nationalmannschaft in den USA. Also musste Dschunussow ran, der gebürtige Berliner, der seinen Namen seinem kasachischen Vater verdankt.

Und was ist, wenn Jonas etwa in den Play-offs mal nicht spielen kann? Wird für diesen Fall doch noch ein zusätzlicher erfahrener Torwart verpflichtet? Manager Peter John Lee und Trainer Pierre Pagé wollen darüber nicht sprechen. Zumindest, sagt Lee, sei nach dem guten Debüt von Dschunussow nun schon mal Ersatztorwart Ziffzer „in einer Konkurrenzsituation“.

„Natürlich war ich aufgeregt, als ich am Sonntagmorgen erfuhr, dass ich in Frankfurt spiele“, sagt der 18-Jährige. „Aber ich habe auf diesen Tag gehofft, geahnt, dass er kommen würde.“ Und er hat sich dafür geschunden, sagt sein Trainer Pierre Pagé. Ergometer, Krafttraining und die Einheiten mit Eisbären-Torwarttrainer Gilles Lefebvre, einem Kanadier, der schon Torhüter in der nordamerikanischen Profiliga NHL betreut hat. „Ich habe Daniar gesagt: Willkommen in der Realität“, sagt Pagé. „Deine ganze Arbeit wird sich nun gelohnt haben, wird bezahlt mit einem großen Spiel.“

Gut möglich, dass Daniar Dschunussow bereits heute im Spiel gegen die Düsseldorfer EG (19.30 Uhr Sportforum, Liveübertragung bei Premiere) zu seinem zweiten DEL-Einsatz kommt, denn Oliver Jonas war gestern noch nicht gesund.

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