Sport : Willkommen in der Wirklichkeit Hannovers 1:0-Sieg lässt Mainz weiter abstürzen

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Mainz – Im ersten Moment wollte niemand etwas sagen. Fast alle Profis nicht, der Präsident und der Manager schwiegen ebenfalls, auch Trainer Thomas Tuchel und weitere Verantwortliche durchschritten zunächst wortlos die Mixed Zone im Bauch des Bruchwegstadions. Schnell in die Mannschaftskabine, sammeln, nachdenken. Das 0:1 gegen Hannover 96 war die vierte Pflichtspielniederlage in Folge für Mainz 05, seit drei Ligaspielen hat der Klub dazu kein Tor mehr geschossen.

Der Höhenrausch zu Saisonbeginn mit acht Siegen in Folge ist zu einem Sinkflug für den einstigen Tabellenführer geworden; langsam geht es abwärts für Mainz 05. „Wir sind immer noch Dritter“, sagte Torwart Christian Wetklo. Das war aber auch schon die einzige positive Botschaft an diesem Abend. Ansonsten? Die schlechteste Saisonleistung von Mainz 05 ging zu einem guten Teil auf das Konto von Hannover 96 – die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka überzeugte mit taktischer Disziplin und hoher Laufbereitschaft. Das entscheidende Tor glückte Sergio Pinto nach 44 Minuten, sein Schuss aus etwa 25 Metern flatterte über Wetklos Schulter hinweg ins Tor. Es gab sogar vereinzelte Pfiffe im nicht ausverkauften Bruchwegstadion vor 20 000 Zuschauern, als Mainz 05 zur Pause in die Kabine ging.

Tuchel reagierte, nahm zur zweiten Halbzeit den enttäuschenden Lewis Holtby heraus und wechselte André Schürrle ein – doch letztlich überzeugte keiner der beiden Nationalmannschafts-Nominierten. Die auffälligste Aktion leistete sich Schürrle in der 68. Minute, als er den Ball im Mittelfeld an Steven Cherundolo vorbeilegte, der 96-Kapitän sich dem vorbeieilenden Jungstar etwas ungeschickt in den Weg stellte und mit der Gelb-Roten Karte vom Platz gestellt wurde. Doch selbst in Überzahl gelang Mainz 05 kaum etwas. Die beste Ausgleichschance vergab kurz darauf Mittelfeldspieler Haruna Babangida, sein Kopfball ging knapp am Tor vorbei. „Wir sollten in den nächsten Tagen unsere Ansprüche nicht zu hoch schrauben und uns auf die Basis konzentrieren“, sagte der Mainzer Andreas Ivanschitz. Der Österreicher sieht seinen Verein jetzt in „einer schwierigen Phase“. Wetklo sieht Mainz nach dem 0:1 „auf dem Boden der Tatsachen“. Tuchel begann seine Ausführungen mit dem Satz: „Willkommen in der Wirklichkeit.“ Doch Zweifel „an unserer Konkurrenzfähigkeit“ hat der 37-Jährige weiterhin nicht. „Wir müssen hart an unserer Form arbeiten.“ Dass derzeit kaum etwas passt bei Mainz, ist gegen Hannover sehr deutlich geworden. „Wir haben es irgendwie nicht geschafft, Ordnung in das Spiel zu bekommen“, sagte Klubchef Strutz. Uwe Martin

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