Sport : Willkommen, Zukunft

Mit dem 17-jährigen Christoph Gawlik siegen die Eisbären 4:1 gegen Mannheim

Mathias Klappenbach

Berlin - Kurz vor dem Spiel gab es eine kleine Reise in die Vergangenheit. Der EHC Eisbären ehrte vier verdiente Spieler aus der Zeit, als der Verein noch EHC Dynamo hieß. Joachim Ziesche, Dietmar Peters, Dieter Frenzel und René Bielke haben jetzt ein eigenes Banner mit ihrem Namen, das im Sportforum Hohenschönhausen hinter der Fankurve hängt. Als dann das heutige Team in die Halle einlief, fehlte die Zukunft. Die Berliner mussten gegen die Adler Mannheim gleich auf fünf ihrer jungen Spieler verzichten, die zur U-20-WM in die USA gefahren sind (siehe Seite 21). Aber auch ohne diese Spieler zeigten die Eisbären den 5000 Zuschauern im ausverkauften Sportforum eines der besten Heimspiele in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) seit langem. Am Ende besiegten sie die chancenlosen Mannheimer 4:1 (2:0, 2:0, 0:1).

Die Berliner hatten von Beginn an die besseren Chancen, in der siebten Minute traf Rob Leask mit einem Schuss von der blauen Linie zum 1:0. Selbst in Unterzahl hatten die Eisbären danach Gelegenheiten, die Führung zu erhöhen, doch Erik Cole und Kelly Fairchild scheiterten mehrfach an Mannheims Torhüter Cristobal Huet. In der dreizehnten Minute war dann doch die Zukunft der Eisbären auf dem Eis zu bestaunen. Der erst 17-jährige Christoph Gawlik, der vor der Saison von den Mannheimer Jungadlern zu den Eisbären gewechselt war und bislang wegen einer Schulterverletzung noch nicht zum Einsatz kam, spielte zum ersten Mal in der DEL. Gawlik, der als das größte deutsche Eishockeytalent in seiner Altersklasse gilt, bekam gleich bei seinen ersten Szenen Applaus von den Zuschauern. Kurz darauf feierten die Fans einen Routinier, Kelly Fairchild vollendete eine schöne Kombination in der 18. Minute zum 2:0.

Zu Beginn des zweiten Drittels erzielte Stefan Ustorf einen Treffer, wie man ihn nur selten zu sehen bekommt. Erst umkurvte der Nationalstürmer außen zwei Mannheimer Verteidiger, bevor er Torhüter Huet regelrecht austanzte und den Puck unter die Latte schlenzte. Nach dem 3:0 der Eisbären verloren die Gäste aus Mannheim ihre Disziplin und kassierten eine Strafzeit nach der anderen, die Berliner spielten fast das gesamte zweite Drittel in Überzahl. „Überall ist zu lesen, dass wir eigentlich die beste Mannschaft in der DEL sind. Die Spieler glauben das auch, spielen aber nicht so“, sagte Mannheims Trainer Stéphane Richer.

Trotz der Disziplinlosigkeiten der Gäste gelang es den Eisbären zunächst nicht, einen weiteren Treffer zu erzielen. „An unserem Überzahlspiel müssen wir noch eine ganze Menge tun“, sagte Trainer Pierre Pagé. Erst in der 40. Minute schoss Steve Walker das 4:0. Im letzten Drittel gab Pagé dem jungen Gawlik viel Eiszeit. „Man hat ihm sein Alter nicht angemerkt. Er hat seine Sache sehr gut gemacht“, sagte Pagé. Tore schossen die Berliner nicht mehr, Jason Podollan traf noch zum 1:4 für Mannheim.

Die Fans der Eisbären waren gestern mit der Gegenwart zufrieden und wünschten ihrem Team in Sprechchören noch lange „Frohe Weihnachten“. Nach der Ehrung der Spieler aus der Vergangenheit hatten sie ja doch noch die Zukunft gesehen.

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