• Wimbledon: Alexander Popp letzter Deutscher in Wimbledon. Aus für Prinosil und Huber

Sport : Wimbledon: Alexander Popp letzter Deutscher in Wimbledon. Aus für Prinosil und Huber

Jörg Allmeroth

Das spektakuläre Popp-Konzert in Wimbledon geht in die Fortsetzung, doch sonst wird die Musik beim wichtigsten Grand-Slam-Treffen der Welt ohne deutsche Stars gespielt: Als nach dem Montag mit allen Achtelfinal-Duellen bei Herren und Damen abgerechnet wurde, war keiner der etablierten DTB-Profis übrig geblieben, sondern einzig und allein der nervenstarke Aussenseiter Alexander Popp, der Mann, der zum ersten Mal überhaupt in Wimbledon an den Start gegangen war und in diesem Tennis-Jahr erst ein einziges Match im Profizirkus gewonnen hatte. "Wer mir vor Wimbledon gesagt hätte, dass ich als letzter Deutscher im Turnier stehe, den hätte ich für verrückt erklärt", sagte Popp.

Gestern war der Schweizer Olympiasieger von 1992, Marc Rosset, das letzte Opfer des Deutschen: Beim 6:3, 6:4, 3:6, 4:6, 6:1-Sieg über die volle Distanz liess sich der unwiderstehliche Popp weder vom nervtötenden Stop-and-Go-Tennis im wetterwendischen Wimbledon noch von einer Aufholjagd seines Gegenspielers Rosset beeindrucken. "Mir fehlen die Worte", gestand Popp, der glücklicher Weise auf dem grünen Spiel-Platz eher selten die Antworten schuldig bleibt. Nächster Gegner des Kurpfälzers ist der Australier Patrick Rafter, der gestern den Schweden Thomas Johansson mit 6:3, 6:4, 6:7 (4:7), 6:1 aus dem Wettbewerb warf. "Das Viertelfinale wird einfach ein richtiges Vergnügen für mich", sagte Popp, der am Mittwoch nach Auftritten auf Nebenplätzen sein Debüt auf einem der beiden Hauptcourts geben wird. Popp glaubt, "dass mir bestimmt eine Gänsehaut über den Rücken laufen wird, wenn ich da einmarschiere."

Während Popps Wimbledon-Mission nun bis in die zweite Turnierwoche weiter geht, kam für Anke Huber und David Prinosil das erwartete Aus auf dem Rasenteppich: Huber kassierte im zwölften Vergleich mit der Schweizer Weltranglisten-Ersten Martina Hingis mit 1:6 und 2:6 die elfte Niederlage, und David Prinosil musste sich trotz guter Vorstellung mit 4:6, 3:6, 3:6 dem Graf-Freund Andre Agassi beugen.

Doch der "Mann der Stunde" blieb Alexander Popp, der nicht zu stoppende 23-jährige Wimbledon-Debütant. Gegen den Haas-Bezwinger Rosset überstand der Himmelsstürmer ein Drama in drei Akten auf Court 13. Zwei Sätze lang dominierte Popp mit einer Seelenruhe und Abgebrühtheit das Match, die Rosset den Nerv raubten. Knallharte Aufschläge, präzise Grundschläge und dynamisches Aufschlag-Volley-Spiel garantierten dem Heidelberger eine 2:0-Führung. Zwei Regenunterbrechungen, eine 45 Minuten lang, eine 37 Minuten lang, waren dann Gift für den unerfahrenen Profi, der seinen Rhythmus verlor und Rosset wieder zurück ins Spiel brachte. Doch im fünften Durchgang gab Popps körperliche Reserven den Ausschlag. Popps strahlende Siegerlaune kontrastierte mit der Enttäuschung bei Anke Huber, die ihre Niederlagenserie gegen Martina Hingis nicht aufhalten konnte. "Es ist so ziemlich alles falsch gelaufen", klagte die Deutsche, die zwar in den Ballwechseln gut mit hielt, aber beim Abschluss der Aktionen nur zweitklassiges Format aufwies.

Neben Agassi zog auch der sechsfache Wimbledon-Champion Pete Sampras ins Viertelfinale ein: Beim 6:2, 6:2, 7:5 über den Schweden Jonas Björkman bewies der amerikanische Ausnahmespieler, dass er seine gesundheitlichen Schwierigkeiten (Schienbein) überwunden hat.

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