Wimbledon : Becker und Grönefeld draußen

Die Liste der ausgeschiedenen Deutschen ist am zweiten Wimbledon-Tag deutlich länger geworden. Zu den prominentesten Opfern gehören Benjamin Becker und Anna-Lena Grönefeld.

Chela
Sieger in fünf Sätzen: Juan Ignacio Chela. -Foto: AFP

LondonMarathon-Mann Benjamin Becker und "Sorgenkind" Anna-Lena Grönefeld haben bei den All England Championships in Wimbledon die Reihe der deutschen Pleiten fortgesetzt. Einen Tag, nachdem zumindest Thomas Haas und Michael Berrer die erste Runde des Rasen-Tennisturniers in London überstanden haben, scheiterten die beiden Hoffnungsträger an ihren Auftakthürden. Grönefeld unterlag der Kroatin Nika Ozegovic mit 3:6, 2:6; Becker zog gegen den Argentinier Juan Ignacio Chela mit 6:3, 6:4, 4:6, 4:6, 8:10 den Kürzeren. Der Mettlacher mit dem großen Namen verpasste damit die zweite Runde, die er bei seinem Debüt im Vorjahr geschafft hatte.

Mit heißem Herzen und großem Kampf - die Attribute, die ihn in der vorigen Saison zum Aufsteiger der ATP-Tour gemacht haben - wehrte sich Becker gegen die drohende Niederlage. Tags zuvor hatte er es verpasst, die Partie zu entscheiden und den Sack vor der hereinbrechenden Dunkelheit zuzumachen. Die beiden ersten Sätze hatte er glatt gewonnen und auch im dritten sah er wie der Sieger aus. Doch ein paar Unachtsamkeiten machten den Erfolg zunichte. Als er auch im vierten Durchgang ein frühes Break nicht halten konnte, musste zunächst der Schläger dafür herhalten. Wenig später hatte der Referee ein Einsehen und vertagte das Match.

Zum Ende fehlt das Quäntchen Glück

Beim Stande von 3:3 ging es am Dienstag weiter - und Becker schloss nahtlos an seine durchwachsene Leistung an. Wieder musste der Schläger für die teils dummen Fehler des 26-Jährigen büßen. Doch das "ungezogene" Racket schmeißen auf den "Heiligen Rasen" verfehlte seine Wirkung nicht. Der Daviscup-Spieler regte sich ab und wehrte sogar einen Matchball ab. Dem Geschehen eine entscheidende Wendung zu geben, gelang ihm freilich nicht. Im spannenden Finale fehlte ihm zudem das Quäntchen Glück.

Anna-Lena Grönefeld hat den Befreiungsschlag derweil auch in Wimbledon nicht geschafft. Ängstlich, nervös und körperlich wie geistig weit entfernt von ihrer einstigen Klasse scheiterte die 22-Jährige auch beim vierten Versuch, ihr erstes Match bei den All England Championships zu gewinnen. Mit 3:6, 2:6 unterlag sie der Kroatin Nika Ozegovic und setzte ihre Pleitenserie unvermindert fort. "Ich bin sicher, dass ich irgendwann wieder Top-Tennis spielen werde. Ich konnte es in der Vergangenheit, warum sollte ich es nicht wieder können", sagte die Weltranglisten-135., die noch vor einem Jahr die Nummer 14 war.

Klösel, Schruff, Kerber, Arn und Zverev scheitern ebenfalls

Auch Sandra Klösel, Julia Schruff, Greta Arn, Angelique Kerber und Qualifikant Mischa Zverev schieden am zweiten Tag des mit 16,78 Millionen Euro dotierten Grand-Slam-Tennisturniers aus. Sie folgten Tatjana Malek und dem restlos enttäuschenden Philipp Kohlschreiber, die schon tags zuvor ihre Tennistasche wieder packen konnten. Am Abend wollten Nicolas Kiefer und Florian Mayer sowie die derzeit beste deutsche Spielerin, Martina Müller, das schlechte Bild des deutschen Tennis aufpolieren.

Eine an Spannung kaum zu überbietende Vorstellung gaben Tim Henman und Carlos Moya auf dem Center Court. In der am Abend zuvor beim Stand von 5:5 im 5. Satz unterbrochenen Partie bewies der Brite einmal mehr seine Steher-Qualitäten und kämpfte den einstigen French-Open-Sieger aus Spanien mit 13:11 nieder. Nach der Absage des verletzten Andy Murray blieb den Gastgebern ein Hoffnungsträger, der sein Heim-Grand-Slam freilich noch nie gewinnen konnte. Die Französin Amelie Mauresmo unterstrich ihre Ambitionen, den Titel zu verteidigen, mit einem 6:1, 6:3 gegen Jamea Jackson aus den USA. (mit dpa)

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