Wimbledon : Nadal erreicht Halbfinale im Sturm

Nach Regen, Tristesse und endlosen Warteschleifen hat Rafael Nadal ungeachtet des stürmischen Windes die Runde der letzten Vier erreicht.

Andreas Bellinger[dpa]
Rafael Nadal
Rafael Nadal: den Turniersieg im Blick -Foto: AFP

LondonDer Spanier ließ sich in Wimbledon nicht aus der Erfolgsspur werfen und ist bei den All England Championships ins Halbfinale eingezogen. Hochkonzentriert und gut erholt von den Fünfsatz-Krimis in den beiden Runden zuvor setzte sich der French-Open-Gewinner mit 7:6 (7:1), 6:4, 6:2 gegen den Tschechen Tomas Berdych durch, der immerhin mit der Empfehlung des Turniersiegs in Halle zu dem Grand-Slam-Tennisturnier nach London gekommen war.

"Es war unglaublich windig da draußen", sagte Nadal nach der 2:07 Stunden langen Partie. "Es war sehr schwierig, ein Gefühl für die Schläge zu bekommen. Man musste sich auf jeden Ball ganz genau konzentrieren. Und das ist mir glücklicherweise gelungen." Nach Regen, zahllosen Spielabsagen und nun heftigem Wind trifft Nadal nun an diesem Samstag (12 Uhr MESZ) bei angekündigtem Sonnenschein auf den Serben Novak Djokovic, der Marcos Baghdatis aus Zypern in fünf Stunden mit 7:6 (7:4), 7:6 (11:9), 6:7 (3:7), 4:6, 7:5 bezwang.

Unter den Augen von James Bond

Als die Sonne endlich einmal den Weg durch die dichten Wolken am Himmel über dem Londoner Südwesten fand, hellte sich auch die Laune des 21-jährigen Nadal merklich auf. Zwar machte es der Wind den Spielern auf der offenen Baustelle des Center Courts vor allem beim Aufschlag nicht leicht, doch dieses Handicap meisterte Nadal mit Bravour und ohne erkennbaren Groll. Dabei drehte der Wind im Stadion, das bis 2009 ein Schiebedach bekommt und momentan wie abgeschnitten aussieht, auf tückische Weise, und machte so manche Aktion zur Glückssache.

Druckvoll spielte der Mallorquiner vor den Augen des einstigen James Bond alias Pierce Brosnan, der ebenso erstaunt war vom glatten Ausgang der Partie wie die 13.000 Zuschauer auf dem Center Court. Mit Macht unterstrich der beste Sandplatzspieler seine Ansprüche, nach den French Open endlich auch das einzige Grand-Slam-Turnier auf Rasen zu gewinnen. Das hatte ihm vergangenes Jahr der viermalige Champion Roger Federer verdorben. Der Schweizer bekam es anschließend mit dem Spanier Juan Carlos Ferrero zu tun.

Oberschiedsrichter Andrew Jarrett hat sich unterdessen gegen Nadals Kritik gewehrt, in Wimbledon würden die Interessen der Spieler nicht berücksichtigt. "Wir hatten bei dem vielen Regen keine andere Möglichkeit. Aber wir verstehen natürlich, dass die Spieler sauer und gefrustet sind", sagte Jarrett. Zwar ist der Spielplan noch immer durcheinander gewirbelt, doch einem planmäßigen Abschluss des Turniers mit dem Herren-Endspiel am Sonntag steht bei der günstigen Wetterprognose offenbar nichts im Wege. Am Samstag werden die beiden Halbfinals der Herren sowie das Finale der Damen gespielt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben