Wimbledon : Venus Williams krönt ihr Comeback

Es schien als ging die Sonne nur für sie auf: Drei Monate nach ihrem Comeback hat Venus Williams erneut den Titel in Wimbledon geholt. Im Finale gegen die Französin Bartoli siegte sie souverän in zwei Sätzen.

Wimbledon Williams
Am Ziel: Venus Williams gewinnt das Frauen-Finale in Wimbledon und feiert ihren vierten Triumph beim Traditionsturnier. -Foto: AFP

Am ersten Sonnentag der All England Championships hat die strahlende Venus Williams ihr grandioses Comeback mit dem vierten Titel in Wimbledon gekrönt. Nachdem Titelverteidiger Roger Federer und Rafael Nadal ins Herren-Finale an diesem Sonntag gestürmt waren, setzte sich die Amerikanerin am Samstag in London mit 6:4, 6:1 gegen Marion Bartoli durch. Die an Nummer 18 gesetzte Französin war durch einen überraschenden Erfolg gegen French-Open-Siegerin Justine Henin aus Belgien in ihr erstes Grand-Slam-Finale eingezogen.

Vierter Titel für Venus Williams

"Es ist so toll, dass ich hier gewonnen habe. Nicht zuletzt auch, weil es endlich das gleiche Preisgeld gibt", sagte die 27-jährige Williams unter dem Gelächter der 13.000 begeisterten Zuschauer. Schon 2000, 2001 und 2005 hatte sie auf dem "Heiligen Rasen" triumphiert. Die Amerikanerin war erst vor drei Monaten, nach einer Verletzung des linken Handgelenks, wieder beschwerdefrei auf die Tennis-Tour zurückgekehrt. Nur Martina Navratilova holte mehr Titel (USA/9), Steffi Graf (Brühl/7) und Billie Jean King (USA/6). Als erste Siegerin in der Geschichte der All England Championships bekam die 27-Jährige das gleiche Preisgeld in Höhe von 1,05 Millionen Euro wie Roger Federer oder Rafael Nadal.

Im zweiten Match nach seinem "Sechs-Tage-Urlaub", den er wegen der Achtelfinal-Absage des verletzten Thomas Haas geschenkt bekommen hatte, stürmte Federer ins Endspiel, in dem er wie im Vorjahr gegen Nadal nach seinem fünften Wimbledon-Titel in Serie greift. Nach einigen Startschwierigkeiten buchten die beiden Dauerrivalen die Neuauflage des Vorjahresfinals, in dem Federer mit dem 34. Sieg nacheinander auf dem "Heiligen Rasen" den Rekord des auf der Tribüne mitfiebernden Schweden Björn Borg einstellen kann.

Fed-Express ohne Probleme

Überlegen setzte sich der Schweizer mit 7:5, 6:3, 6:4 gegen den Franzosen Richard Gasquet durch. Nadal profitierte gegen Novak Djokovic von einer Verletzung des Serben, der beim Stand von 6:3, 1:6, 1:4 aus seiner Sicht die Revanche für die Halbfinal-Niederlage von Roland Garros gegen den French-Open-Sieger aus Spanien aufgab. "Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen. Mein linker kleiner Zeh ist schlimm entzündet, und ich wusste nicht, ob ich überhaupt spielen kann", sagte Djokovic, der nach 101 Minuten die Schmerzen nicht mehr aushalten konnte. Tags zuvor hatte sich der Kiefer-Bezwinger, der zum Weltranglisten-Dritten aufsteigt, im längsten Match des Turniers in fünf Stunden gegen den Zyprer Marcos Baghdatis durchgesetzt. (Von Andreas Bellinger, dpa)

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