Wimbledon : Wo Kurzarbeit genügt

"Schön spielen muss ich ja nicht – Hauptsache, ich gewinne": Nicolas Kiefer siegt in Wimbledon in drei Sätzen.

Petra Philippsen
Kiefer
Nicolas Kiefer -Foto: dpa

LondonNiki Pilic hatte die Einladung gerne angenommen. Ernests Gulbis wollte seinen ehemaligen Coach und Förderer dabei haben, wenn er in Wimbledon antritt, vielleicht auch, um ihm zu zeigen, welche Fortschritte er in den letzten Monaten gemacht hat. Doch die verfolgte Pilic vor dem Fernseher stets mit, zuletzt bei den French Open, als es der 19-jährige Lette ins Viertelfinale schaffte. Gulbis’ Talent erkannte der frühere Davis-Cup-Kapitän schon im Alter von zwölf Jahren, als er ihn in seine Münchner Akademie aufnahm.

Auch Rafael Nadal durfte sich in seiner Zweitrundenpartie beim Tennisturnier in Wimbledon davon überzeugen. Der spanische Titelanwärter hatte mit Gulbis erhebliche Mühe. Den ersten Satz gab Nadal ab und damit schien der Weltranglisten-48. seine Ankündigung im Vorfeld zu bestätigen: „Natürlich kann ich ihn schlagen. Ich gehe doch nicht mit der Einstellung eines Verlierers auf den Platz.“ Lange Zeit war Nadal unzufrieden mit sich, dennoch behielt er mit 5:7, 6:2, 7:6, 6:3 die Oberhand und trifft am Samstag in Runde drei auf Nicolas Kiefer.

Der 30-jährige Hannoveraner hatte sich mit einer erneut souveränen Leistung mit 6:0, 6:3, 6:1 gegen den Argentinier Martin Vasallo Arguello durchgesetzt. „Ich bin froh, dass ich schnell fertig war und sich Nadal noch länger quälen musste. Wenn man ihn packen will, dann früh im Turnier“, erklärte Kiefer, der Nadal bisher zweimal unterlegen war. Im Davis-Cup-Viertelfinale in Bremen bot ihm die deutsche Nummer eins jedoch phasenweise ein Duell auf Augenhöhe. „Ganz so effektiv ist Nadals Spin auf Rasen nicht“, sagt Kiefer. Seine Fußball-Leidenschaft spornt ihn zusätzlich an: „Es wäre toll, wenn ich das EM-Finale noch hier schauen könnte. Schön spielen muss ich dafür ja nicht – Hauptsache, ich gewinne.“

Erfolgreich war auch Thomas Haas gegen Tommy Robredo. Der 6:4, 6:4, 6:3-Sieg gegen den Spanier brachte ihm ein Duell mit dem Briten Andy Murray ein. Rainer Schüttler rang in einer Marathonpartie James Blake 6:3, 6:7, 4:6, 6:4, 6:4 nieder und steht erstmals seit 2004 in Wimbledon wieder in Runde drei.Petra Philippsen

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