Sport : Windmühlen für Hannawald

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Robert Ide über Hollands Plan,

die Olympischen Winterspiele auszutragen

In Holland zu wohnen, ist eine Kunst. Denn das kleine Land am Meer ist nicht von dieser Welt. Die Holländer, bei denen nach dem Essen schon mal Cannabis gereicht wird, flüchten sich gern aus der Realität. Etwa in die Welt der immerblühenden Blumen – in ihren Gewächshäusern; in die Welt der immerwarmen Urlaubsländer – in den von ihnen erfundenen Center Parcs. Oder in die Welt des immerkalten Wintersports. Bei ihren Olympischen Winterspielen.

Nein, das ist kein Scherz. Das ist königlicher Ernst. Die Winterspiele 2014 sollen in Amsterdam stattfinden. Das hat sich Kronprinz Willem Alexander ausgedacht. „Wir reden doch immer von einem Europa ohne Grenzen“, sagte der Prinz im niederländischen Ski-Magazin. Und lieferte gleich den Austragungsort für die Abfahrt mit: Garmisch-Partenkirchen, Freistaat Bayern. Aber warum denn so bescheiden, Herr Prinz? Warum nicht Skilanglauf in Utrecht, Rodeln in Rotterdam, Curling in Groningen? Warum nicht mal was anderes?

Nun werden Nörgler meinen, in Holland gebe es gar keine Berge und dort falle fast nie Schnee. Das mag zwar richtig sein, aber das kleine Land am Meer eignet sich dennoch gut als künstliches Skigebiet. Holländer können besser Eislaufen als Fußballspielen. Außerdem haben sie eine gute Infrastruktur: Für die Biathlon-Wettbewerbe bietet sich die Amsterdam-Arena an, denn sie verfügt wie der neue Biathlon-Tempel auf Schalke über ein verschließbares Dach. Für den Auftrieb der Skispringer sorgen die Windmühlen an der Küste. Und die alpinen Slalomrennen werden ausgelagert in die niederländischen Alpen – das Sauerland.

Olympische Winterspiele sind für Holland also kein Problem. Nur eines hat der Prinz leider übersehen. Vom 1. Januar an steht Cannabis auf der internationalen Dopingliste.

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