Sport : Winterliche Tradition

Der 1. FC Union hat kein Geld, sucht aber neue Spieler

Karsten Doneck

Berlin. Einsparungen sind notwendig. Schließlich fehlen rund 300 000 bis 500 000 Euro in der Kasse. Da wird sogar das Schlachten heiliger Kühe durch Prämienkürzungen oder Abstriche bei den Spielergehältern nicht mehr tabuisiert. Und trotzdem: Der Fußball-Zweitligist 1. FC Union zieht ernsthaft in Erwägung, sich nach der ersten Halbserie noch einmal zu verstärken. „Dass wir im Winter personelle Korrekturen am Kader vornehmen, hat ja fast schon Tradition“, sagt Vereinspräsident Heiner Bertram. Auch Trainer Mirko Votava geht davon aus, dass noch neues Personal kommt. „Ich kann mir das gut vorstellen“, sagt er.

In finanzielle Abenteuer wird sich Union deshalb nicht stürzen. „Unsere wirtschaftliche Lage hat sich ja nicht über Nacht gebessert“, sagt Bertram. Und so wird Union verfahren wie in den Jahren zuvor. Bevor neue Spieler das Union-Trikot in die Hand gedrückt bekommen, muss der Etat entlastet werden, und zwar durch die Trennung von vorhandenem Personal. Fast bedrohlich klingen da die Worte, die Votava in diesem Zusammenhang wählt. „Jeder hat die Chance, sich bis zur Winterpause zu empfehlen. Da wird man sehen, wer mitzieht und wer nicht. Danach beginnt wieder alles bei null.“

Schon in der vorigen Saison unter Trainer Georgi Wassilew herrschte an der Alten Försterei im Winter ein reges Kommen und Gehen. Emil Kremenliew, Michael Zechner, Gert Müller und Manuel Benthin mussten ihr Glück anderswo suchen, neu geholt wurden Petar Divic und Sixten Veit. Ein Jahr zuvor war Union, damals noch Regionalligist, vor Beginn der Rückrunde der große Coup gelungen: Der vom KFC Uerdingen gekommene Daniel Teixeira schoss Union mit seinen Toren in die Zweite Liga. Im Verlauf der Saison waren dafür Spieler aussortiert worden wie Preiksaitis, Ognjanovic oder Fährmann, der an Fortuna Düsseldorf ausgeliehen wurde und später zurückkehrte.

In Zukunft will der 1. FC Union seine Transferaktivitäten übrigens mit mehr Weitsicht angehen. „Seit drei Jahren predige ich nun schon, dass unsere Personalplanungen im September beginnen müssen“, sagt Bertram. Ein klarer Seitenhieb gegen Georgi Wassilew, dem Bertram „Schwächen beim perspektivischen Planen“ unterstellt.

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