Sport : Winterliche Wünsche

Noch mehr Verletzte – Stuttgart denkt an Schlaudraff

Oliver Trust

Stuttgart - Am Vorabend seines 38. Geburtstages strich Horst Heldt spontan die geplante Heimfahrt nach München. „Es gibt zuviel zu tun“, sagte der Manager des VfB Stuttgart. 3:1 hatte der Deutsche Meister den VfL Wolfsburg bezwungen. Alles wäre gut gewesen, hätte sich nicht bei den Stuttgartern die Personallage noch einmal gravierend verschlechtert. Schon beim Abschied von der Champions League am Mittwoch in Barcelona muss der VfB ohne Cacau und Mario Gomez (Rippenfellentzündung) antreten. Man werde sich nun schnell Gedanken über die Personalplanungen machen, sagte Heldt.

Da hatte Cacau den VfB gegen Wolfsburg eben noch 2:0 in Führung gebracht, doch sieben Minuten später schied der Brasilianer schwer verletzt aus. Die niederschmetternde Diagnose: dreifacher Bänderriss, dazu eine Schultereckgelenkssprengung. Er wird mindestens acht Wochen ausfallen. Da auch Gomez bis ins nächste Jahr hinein nicht zur Verfügung steht, wird in Stuttgart über Spielereinkäufe in der Winterpause nachgedacht.

Im Gespräch beim VfB ist zum Beispiel der Münchner Lukas Podolski, es gibt Spekulationen um ein Leihgeschäft. Podolski findet beim FC Bayern hinter Luca Toni und Miroslav Klose nur als Ersatzmann einen Platz und muss deshalb um sein EM-Ticket bangen. „Ich glaube kaum, dass er zur Winterpause wechseln darf“, sagt Heldt. „Die Münchner werden ihn nicht zu einem Konkurrenten ziehen lassen.“ Mehr Aussicht auf Erfolg scheint deshalb die Verpflichtung von Jan Schlaudraff zu haben. Der würde nicht nur besser ins Spielsystem des VfB passen, die Bayern könnten ihn zudem tatsächlich ausleihen wollen. Um Schlaudraff hatte sich der VfB schon bemüht, als der Stürmer noch in Aachen spielte. Schlaudraff aber entschied sich für die Bayern und ist dort quasi chancenlos.

Auch bei Wolfsburg wird über personelle Veränderungen nachgedacht. Felix Magath, der Trainer, soll den VfL zu einem Verein von nationalem Belang machen. Er wird kaum versuchen, mit André Lenz im Tor die ehrgeizigen Pläne umzusetzen, die er zusammen mit seinem guten Freund und VW-Chef Martin Winterkorn ausheckt. Dass Lenz nicht der Mann ist, der einer Mannschaft durch seine Präsenz Stabilität verleiht und auch mal Unhaltbare abwehrt, dürfte bekannt sein. Gerade deshalb hütete ja Simon Jentzsch mehr als drei Jahre lang das Tor des VfL. Aber mit Jentzsch hat sich Magath verkracht. In Stuttgart saß Jentzsch nicht mal mehr auf der Bank. Geholfen hat es Wolfsburg nichts. Oliver Trust

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