• Wintersport am Samstag: Lindsey Vonn stürzt schwer, Eric Frenzel schreibt Geschichte

Wintersport am Samstag : Lindsey Vonn stürzt schwer, Eric Frenzel schreibt Geschichte

Lindsey Vonn ist in Andorra böse gestürzt. Eric Frenzel sichert sich zum vierten Mal in Serie den Gesamt-Weltcup. Alle Ereignisse im Überblick.

Eric Frenzel (links) feiert seinen dritten Platz.
Eric Frenzel (links) feiert seinen dritten Platz.Foto: dpa

Lindsey Vonn mit bösem Sturz in Andorra - Brignone gewinnt Super-G

Ski-Star Lindsey Vonn ist beim Super-G von Soldeu in Andorra schwer gestürzt und hat sich augenscheinlich verletzt. Die Weltcup-Gesamtführende aus den USA kam am Samstag bei schwierigen Bedingungen mit viel Neuschnee in einer Linkskurve zu Fall und blieb zunächst regungslos liegen. Nach einer zehnminütigen Behandlung an der Strecke brachten Helfer die 31-Jährige per Rettungsschlitten ins Tal. Zunächst blieb unklar, wie schwer die Verletzung ist.

Der Sieg der Italienerin Federica Brignone vor Laurenne Ross aus den USA und der Österreicherin Tamara Tippler geriet zur Nebensache. Die Erstplatzierten profitierten an einem Tag voller Wetterumschwünge von ihren frühen Startnummern. Die Athletinnen der Spitzengruppe hatten bei dichtem Schneefall keine Chancen auf das Podium. Viktoria Rebensburg als Siebte schlug sich von den Favoritinnen am besten.

Kombinierer Frenzel schreibt Geschichte

Zum Jubel über seinen historischen Triumph fehlte Eric Frenzel die Kraft. Mit dem zweiten Platz im Tiefschnee von Val di Fiemme machte der Olympiasieger am Samstag den vierten Gesamt-Weltcupsieg in der Nordischen Kombination in Serie vorzeitig perfekt und steht nun auf einer Stufe mit dem legendären Hannu Manninen. Dem Finnen war dieses Kunststück von 2004 bis 2007 gelungen. „So etwas schaffen nur die ganz Großen. Ich ziehe den Hut vor Eric. Ich bin mächtig stolz, dass ich solch einen Athleten trainieren darf“, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Weil Frenzels einzig verbliebener Rivale Akito Watabe aus Japan an diesem Wochenende mit Fieber und Durchfall das Bett hüten musste, ist der 27-Jährige bei nun 223 Punkten Vorsprung im Saisonfinale in einer Woche in Schonach nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. „Es ist schade, dass Akito krank ist. Es wäre sicher noch einmal ein spannendes Duell geworden. Aber natürlich freue ich mich. Jetzt kann ich die Saison gebührend ausklingen lassen“, erklärte Frenzel.

Biathleten Horchler und Graf holen bei EM weitere Medaillen

Karolin Horchler hat bei den Biathlon-Europameisterschaften im sibirischen Tjumen ihre zweite Silbermedaille geholt. Die 27-Jährige musste sich am Samstag in der Verfolgung nur der Weißrussin Nadeshda Skardino geschlagen geben. Nach zwei Strafrunden hatte Horchler, die zuvor im Sprint bereits hinter ihrer Schwester Nadine Horchler Zweite geworden war, 7,4 Sekunden Rückstand auf die Siegerin (2 Fehler). Dritte wurde die Norwegerin Ingrid Tandrevold (3/+ 14,1 Sekunden).

Sprint-Europameisterin Nadine Horchler musste sich nach vier Fehlern diesmal mit Rang sechs (+ 37,8 Sekunden) begnügen, direkt gefolgt von Luise Kummer (2/+ 41,9). Die Sprint-Dritte Annika Knoll wurde nach fünf Strafrunden nur 17. (+ 1:58,6 Minuten).

Wenig später sicherte sich Florian Graf zum Abschluss des dritten Wettkampftages in der Verfolgung Bronze. Er musste nach zwei Fehlern nur den beiden Russen Anton Babikow und Jewgeni Garanitschew den Vortritt lassen, die jeweils einmal in die Strafrunde mussten. Graf hatte 46 Sekunden Rückstand auf Sieger Babikow, der sich im Zielsprint um 0,1 Sekunden gegen seinen Teamkollegen durchsetzte.

Skispringer Severin Freund feiert 50. Weltcup-Podestplatz

Nach dem Jubiläumsflug auf das Podest hob Severin Freund als sichtbares Zeichen seiner Zufriedenheit lächelnd den Daumen. Mit dem dritten Rang bei der Weltcup-Premiere in Almaty feierte der Weltmeister am Samstag die 50. Podiumsplatzierung seiner Karriere. „Das freut mich sehr, denn so viele Podestplätze waren es zuletzt ja nicht“, sagte Freund nach dem von Weltcup-Spitzenreiter Peter Prevc dominierten Wettbewerb.

Der Vierschanzentourneesieger aus Slowenien feierte mit 141 und 137,5 Metern seinen zwölften Saisonsieg und kann schon an diesem Sonntag den erstmaligen Gesamt-Triumph perfekt machen. Mit 1798 Punkten liegt Prevc bei sieben ausstehenden Wettbewerben nun 599 Zähler vor Freund (1199).

Der Bayer, der im Januar 2011 als Sieger in Sapporo erstmals auf einem Weltcup-Podium stand, lieferte bei schwierigen Bedingungen mit stetig zunehmendem Rückenwind ebenfalls einen tollen Wettkampf. Nach zwei Sprüngen auf 135 Meter musste er neben dem überragenden Prevc nur noch dem zuletzt dreimal in Serie siegreichen Michael Hayböck den Vortritt lassen. Der Österreicher sprang auf 138 und 133 Meter.

„Es ist ziemlich gut gelaufen, zumal die Schanze nicht einfach zu springen ist. Aber ich habe es von Sprung zu Sprung besser hinbekommen“, stellte Freund zufrieden fest. Auch Bundestrainer Werner Schuster hatte an der Vorstellung seines Frontmannes wenig auszusetzen. „Im ersten Versuch war er etwas spät beim Absprung. Aber insgesamt hat er das gut gemacht“, sagte er.

Aamodt Kilde gewinnt Super-G in Hinterstoder - Sander wird 14.

Der norwegische Skirennfahrer Aleksander Aamodt Kilde hat den Super-G von Hinterstoder gewonnen und damit den zweiten Weltcup-Erfolg seiner Karriere gefeiert. Der 23-Jährige setzte sich am Samstag vor Bostjan Kline aus Slowenien und dem überraschend starken Technik-Spezialisten Marcel Hirscher durch. Der Österreicher baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf Kildes Teamkollegen Henrik Kristoffersen, der erst beim Riesenslalom am Sonntag wieder an den Start geht, auf 263 Punkte aus. Aus dem deutschen Team kam Andreas Sander auf Platz 14, Klaus Brandner fuhr auf Rang 19. Einzig Thomas Dreßen verpasste mit Position 44 die Punkteränge.

Nico Ihle überrascht nach erstem Tag der Sprint-WM mit Platz drei

Nico Ihle greift bei den Sprint-Weltmeisterschaften der Eisschnellläufer nach einer Medaille. Mit zwei Top-Rennen hat sich der Olympia-Vierte am Samstag eine glänzende Ausgangsposition für den zweiten Tag in Seoul geschaffen. Zunächst lief der 30 Jahre alte Chemnitzer sein bestes Saison-Rennen über 500 Meter und belegte trotz nicht ganz gelungener Schlusskurve in 35,05 Sekunden Platz fünf. Zwei Stunden später gelang ihm in 1:10,15 Minuten über 1000 Meter auf Platz drei eine kleine Sensation, da es bisher in diesem Winter für den Chemnitzer überhaupt nicht gut gelaufen war.

Ihles bislang beste WM-Ränge waren bislang zwei zehnte Plätze 2011 und 2013. Im Vorjahr lag er zwar nach dem ersten WM-Tag klar auf Medaillenkurs, wurde dann aber wegen Übertretens der Startlinie disqualifiziert. „In Seoul will ich versuchen, eine bisher recht verkorkste Saison noch zu retten“, hatte der Sachse angekündigt.

Top-Favorit auf die Sprinter-Krone ist Doppelweltmeister Pawel Kulischnikow auf Russland, der die 500 Meter mit Bahnrekord in 34,76 Sekunden gewann. Über 1000 Meter kam er hinter Kjeld Nuis aus den Niederlanden auf Platz zwei ein. Beide Distanzen des Sprint-Vierkampfs werden am Sonntag noch einmal gelaufen.

Skispringerin Takanashi feiert 13. Saisonsieg - Seyfarth Neunte

Sara Takanashi hat beim Skisprung-Weltcup der Damen in Almaty ihren 13. Saisonsieg im 16. Wettbewerb gefeiert. Die bereits als Weltcup-Gesamtsiegerin feststehende Japanerin setzte sich am Samstag mit Sprüngen auf 101 und 103 Meter klar vor den beiden Österreicherinnen Daniela Iraschko-Stolz und Jaqueline Seifriedsberger durch.

Die deutschen Springerinnen gingen erneut leer aus. Juliane Seyfarth war als Neunte mit 94 und 95 Metern die Beste. Olympiasiegerin Carina Vogt landete mit 93 und 91 Metern auf Rang 13. Katharina Althaus, die in dieser Woche Silber bei der Junioren-WM gewonnen hatte, wurde 16.

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