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Wintersport am Samstag : Skispringer patzen im Nebel von Oslo, Eric Frenzel wird Dritter

Viktoria Rebensburg ist bei der Weltcup-Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen auf den dritten Rang gefahren, Skispringerin Carina Vogt landet in Hinzenbach auf Platz fünf. Der Wintersport am Samstag im Überblick.

Kaum zu erkennen: das Weltcup-Springen in Oslo.
Kaum zu erkennen: das Weltcup-Springen in Oslo.Foto: Imago

Biathlet Schempp erwischt schwachen Tag

Dank einer phänomenalen Schlussrunde ist Benedikt Doll beim Biathlon-Weltcup im kanadischen Canmore im Massenstart auf Rang zwei gelaufen. Bei widrigen Windbedingungen leistete sich der 25-Jährige am Samstag zwar vier Schießfehler. Aber weil Doll die beste Laufzeit ablieferte, holte er auf den letzten Kilometer noch zwei vor ihm liegende Konkurrenten ein und musste sich am Ende nur um 4,1 Sekunden dem Italiener Dominik Windisch (4 Fehler) geschlagen geben. Dritter wurde der Franzose Quentin Fillon Mailett (3).

Der viermalige Saisonsieger Simon Schempp erwischte mit acht Fehlern einen schwarzen Tag und wurde nur 21. Arnd Peiffer (4) wurde Achter, Erik Lesser (4) landete nur auf dem 28. Rang. Für Doll war es die bisher beste Saisonplatzierung.

Deutsche Skispringer auf Platz vier

Dieses Mannschafts-Springen in Oslo ging für die Deutschen so richtig daneben. Und zwar auf allen Ebenen. Platz vier beim Weltcup am Holmenkollen mit gewaltigen 62 Punkten Rückstand auf die siegreichen Slowenen um Vierschanzentourneesieger Peter Prevc war ein so nicht erwarteter Rückschlag im Kampf um die Nationenwertung. Schuld hatten irgendwie alle: Die Springer Karl Geiger, Andreas Wellinger, Richard Freitag und Severin Freund, aber auch der Bundestrainer.

Werner Schuster wollte wegen der knappen Rückstände beim vorletzten Springer alles auf eine Karte setzen. „Ich hatte gedacht, dass die Verhältnisse besser werden. Deshalb bin ich bei Richard Freitag zwei Luken nach unten gegangen, um möglichst viele Zusatzpunkte zu holen. Doch dann schlief der Wind ein“, sagte Schuster zu seinem Pokerspiel. Zudem war Freitag an diesem Tag der schwächste Springer im DSV-Quartett, in das sich Geiger mit sehr guten Trainingsleistungen an Stelle von Andreas Wank gekämpft hatte. Freitag kam nur auf 116 statt der erforderlichen 127 Meter, womit Platz drei aus der Reichweite gekommen war.

„Zum Glück war dichter Nebel, da konnte man meine Graupe nicht so sehen“, sagte Freitag mit Galgenhumor. Schuster nahm es auf seine Kappe. „Es war ein Fehler von mir“, meinte der Coach selbstkritisch.

Frenzel Dritter auf dem Holmenkollen

Olympiasieger Eric Frenzel hat den 29. Weltcup-Sieg seiner Karriere verpasst. Beim Wettbewerb der Nordischen Kombinierer auf dem Holmenkollen bei Oslo kam der Oberwiesenthaler am Samstag auf Platz drei. Nach einem Sprung und dem 10-Kilometer-Lauf hatte Frenzel als Dritter 28,22 Sekunden Rückstand auf den Norweger Jarl Magnus Riiber, der erstmals in seiner Karriere gewann. Der 18-Jährige, der mit einem Sprung auf 130 Meter mit 1:10 Minuten Vorsprung ins Rennen gegangen war, verwies Akito Watabe auf Platz zwei. Der Japaner hatte im Ziel 16,6 Sekunden Rückstand. Fabian Rießle belegte Platz acht, Manuel Faißt wurde Zehnter vor Johannes Rydzek.

Skispringerin Vogt meldet sich zurück - 40. Sieg für Takanashi

Skisprung-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin Carina Vogt hat sich in der Weltspitze zurückgemeldet. Am Samstag kam sie beim Weltcup im österreichischen Hinzenbach nach zwei guten Sprüngen auf 88,5 und 86,5 Meter auf Platz fünf. Ihren 40. Weltcup-Sieg feierte die Japanerin Sara Takanashi, die zweimal 93 Meter weit sprang und knapp 20 Punkte Vorsprung hatte vor der Österreicherin Daniela Iraschko-Stolz. Dritte wurde Maren Lundby aus Norwegen. Katharina Althaus, Juliane Seyfarth und Anna Ruprecht belegten die Plätze 17 bis 19.

„Für mich persönlich ist es ein kleiner Sieg“, sagte Vogt. Nach einem Sturz in Japan, bei dem sie sich eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen hatte, hatte sie das Gefühl für die richtige Anfahrtsposition verloren. Das holte sie sich nun auf ihrer Lieblingsschanze zurück. „Die Selbstverständlichkeit fehlt noch etwas, aber zwei gute Sprünge an einem tag, das baut auf. Es war ein Supertag für mich“, meinte die Degenfelderin.

Rebensburg Dritte bei Heim-Abfahrt in Garmisch - Vonn wieder vorn

Seriensiegerin: Lindsey Vonn in Garmisch-Partenkirchen
Seriensiegerin: Lindsey Vonn in Garmisch-PartenkirchenFoto: Reuters

Viktoria Rebensburg hat ihre starke Form auch beim Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen unter Beweis gestellt. Der Kreutherin gelang am Samstag ein dritter Abfahrts-Rang hinter Seriensiegerin Lindsey Vonn aus der USA und der Schweizerin Fabienne Suter. „Man sagt immer so schön: Wenn's läuft, dann läuft's - und so ist es“, meinte die derzeit beste deutsche Skirennfahrerin.

An der aktuell unschlagbaren Vonn war aber kein Vorbeikommen. Die Amerikanerin nahm Suter (+1,51 Sekunden) und Rebensburg (+1,57) auf dem schwierigen Kurs mehr als eineinhalb Sekunden ab und schraubte ihre Siegbestmarken weiter in die Höhe: Vonn steht bei 76 Erfolgen im Weltcup, 38 davon in der Abfahrt. Disziplinübergreifend gelang ihr in Garmisch der sechste Weltcup-Sieg - daneben feierte sie als erste Frau der Historie zwei Abfahrtssiege im Olympia-Ort von 1936.

„Das lief recht gut“, kokettierte sie im Ziel und verwies auf die komplizierte Vorbereitung mit nur einem Trainingslauf am Donnerstag und im Vergleich dazu völlig anderen Bedingungen im Rennen. „Es war nicht leicht. Ich bin sehr taktisch gefahren“, sagte die 31-Jährige.

Walther und Arndt im Zweierbob auf EM-Plätze zwei und drei

Nico Walter und Anschieber Christian Poser sind bei der Europameisterschaft im Zweierbob in St. Moritz auf Rang zwei gefahren. In der Kontinentalwertung des parallel ausgetragenen Weltcups fehlten dem Duo 0,20 Sekunden auf den siegreichen Schweizer Beat Hefti. Zwischen Hefti und Walter schob sich im Klassement des Weltups noch der amerikanische Pilot Steven Holcomb. Viererbob-Weltmeister Maximilian Arndt landete mit Kevin Kuske auf Weltcup-Platz vier und somit in der EM-Wertung auf Rang drei. Der verletzte Zweierbob-Weltmeister und Titelverteidiger Francesco Friedrich lief beim Start mit gebremster Kraft mit. Mit Anschieber Thorsten Margis wurde er als Gesamtzehnter zeitgleich mit dem Letten Oskars Melbardis EM-Achter.

Schneiderheinze verteidigt ihren EM-Titel

Bobpilotin Anja Schneiderheinze hat ihren EM-Titel erfolgreich verteidigt und mit Rang zwei im parallel ausgetragenen Weltcup-Rennen ihren ersten Podestplatz in diesem Winter geschafft. Eine Woche vor der Weltmeisterschaft in Innsbruck/Igls überzeugte die Erfurterin mit Annika Drazek am Samstag in St. Moritz mit zwei Startbestzeiten und musste nach zwei Läufen nur Weltmeisterin Elana Meyers Taylor aus den USA den Vortritt lassen. Dritte wurde Olympiasiegerin Kaillie Humphries aus Kanada.

Die im Weltcup als Pilotin debütierende Stephanie Schneider kam mit Lisa Marie Buckwitz auf Gesamtrang sechs, was in der EM-Wertung Platz drei hinter der Belgierin Elfje Willemsen bedeutete. Mariama Jamanka landete auf der Natureisbahn im Engadin mit Franziska Bertels als Gesamt-Zehnte auf EM-Platz sechs.

Rodel-Weltmeister Wendl/Arlt gewinnen auch in Sotschi

Die Rodel-Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt haben ihre starke Form am Samstag untermauert.
Die Rodel-Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt haben ihre starke Form am Samstag untermauert.Foto: dpa

Die Rodel-Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt haben ihre starke Form untermauert und den fünften Weltcup-Sieg in Serie geschafft. Das Weltmeister-Duo aus Bayern gewann am Samstag auf der Olympiabahn von Sotschi vor den Russen Andrey Bogdanow/Andrey Medwedew. Auf den dritten Rang fuhren Christian Oberstolz und Patrick Gruber aus Italien. Die Gesamtweltcup-Titelverteidiger Toni Eggert/Sascha Benecken schafften es nach einem Fahrfehler nur auf den zwölften Rang. Vor den letzten zwei noch ausstehenden Weltcups ist Wendl/Arlt damit der Gesamtsieg kaum noch zu nehmen. Das Duo hatte auch am vergangenen Wochenende bei der WM am Königssee gewonnen.

Skirennfahrer Jansrud gewinnt Abfahrt auf Olympia-Strecke in Südkorea

Skirennfahrer Kjetil Jansrud hat das erste alpine Weltcup-Rennen auf der Olympia-Strecke für die Winterspiele 2018 gewonnen. Auf der Abfahrt in Jeongseon war der Norweger am Samstag 0,20 Sekunden schneller als Dominik Paris aus dem italienischen Team. Beim ersten Test-Event für die Spiele in Pyeongchang kam Steven Nyman aus den USA auf Rang drei. Andreas Sander erwischte nach zuletzt fünf Top-20-Resultaten in Serie keinen guten Tag bei der Premiere in Südkorea und kam auf Rang 27. Thomas Dreßen sammelte als 30. zum zweiten Mal in seiner Karriere Weltcup-Punkte. Klaus Brandner verpasste auf Platz 35 die Punkteränge. Am Sonntag folgt ein Super-G.

Biathlet Schempp greift Podium an

Deutschlands Biathlon-Nummer eins Simon Schempp gehört in dieser Saison in jedem Rennen zum Favoritenkreis. Diesen Status will der viermalige Saisonsieger auch beim Weltcup in Canmore am Samstag im Massenstart (18.00 Uhr/ZDF) erneut unter Beweis stellen. „Das wird wieder ein enges Rennen. Aber ich bin gut in Form und gerüstet“, sagte Schempp, der sich am Donnerstag im Sprint nur dem Franzosen Martin Fourcade und Anton Schipulin aus Russland geschlagen geben musste. Qualifiziert für das Kräftemessen der besten 30 sind auch Erik Lesser, Arnd Peiffer und Benedikt Doll.

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Schempp und Co. hoffen wie die Damen anders als beim Damen-Sprint am Freitag diesmal auf gute Windbedingungen. Bei teils widrigen Windböen hatten die sechs Skijägerinnen insgesamt 16 Fehler geschossen und konnten in den Kampf um den Sieg diesmal nicht eingreifen. Beste war Rückkehrerin Franziska Preuß als Sechste. Dabei hatte sie wegen eines Haarrisses im Steißbein in diesem Jahr noch kein einziges Rennen bestreiten können. (dpa)

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