Wintersport : Schießen, schlittern, siegen

Deutschlands Wintersportler: Biathlet Stephan gewinnt, Wolf überragt im Eisschnelllauf. Doch die Skifahrer und Rodler sind noch nicht in Form.

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Volle Spitze voraus. Der deutsche Biathlet Christoph Stephan (r.) schiebt sich Zentimeter vor seinem österreichischen Konkurrenten...

Christoph Stephan stürzte zu Boden, die Skier verkreuzt, der Atem schwer – und die Hand zur Faust geballt. Soeben hatte der 23 Jahre alte Biathlet aus Thüringen beim Weltcup in Antholz eine Riesenüberraschung geschafft und sich im Schlusssprint gegen Dominik Landertinger aus Österreich durchgesetzt. Eine Skispitze hatte Stephan am Ende Vorsprung. „Auf der Zielgeraden macht mir halt keiner etwas vor“, sagte Stephan. Einen Fehler hatte er sich beim letzten Schießen erlaubt, zu dem er als Erster angetreten war. Ob er dabei an Magdalena Neuner gedacht habe, die kurz zuvor als Führende nicht einmal getroffen und damit den Sieg vergeben hatte? „Nein“, antwortete Stephan. Er habe sich auf etwas anderes konzentrieren müssen: „Ich hatte Darmprobleme.“ Nach dem Massenstart-Rennen über 15 Kilometer wurde Stephan für seinen ersten Weltcup-Sieg überschwänglich gelobt. „Er hat sein Versprechen aus dem Vorjahr übererfüllt, als er mir in Hochfilzen den ersten Podestplatz für dieses Jahr angekündigt hat“, sagte Bundestrainer Frank Ullrich.

Während Stephan im deutschen Lager gefeiert wurde, hatte Magdalena Neuner zwei Stunden zuvor ein bitteres Erlebnis. Sie verschenkte ihren 14. Weltcup-Tagessieg beim letzten Schießen, zu dem sie mit großem Abstand vor ihren Konkurrentinnen angetreten war. „Ich begreif’s nicht“, sagte Neuner nur. Bei gutem Wetter im Massenstartrennen über 12,5 Kilometer sah es lange nach einem Start-Ziel-Sieg für Magdalena Neuner aus, ehe sie nach drei fehlerfreien Schießeinlagen beim vierten Mal alle fünf Scheiben verfehlte und auf Platz sieben zurückfiel. dpa

Weltrekordlerin Jenny Wolf hat am Sonntag auch das zweite 500-Meter-Rennen beim Eisschnelllauf-Weltcup im russischen Kolomna gewonnen und damit ihren 36. Weltcupsieg geschafft. Nachdem die 29 Jahre alte Berlinerin einen Tag zuvor in 37,51 Sekunden stark gelaufen war, legte sie am Sonntag in 37,67 Sekunden eine Topzeit nach. Wolf steht nun vor ihrem vierten Gesamtweltcup-Erfolg hintereinander auf dieser Distanz. Mit ihrem dritten Erfolg im dritten 100-Meter-Sprint der Saison krönte Wolf ihr großartiges Wochenende schließlich noch. Anni Friesinger verpasste in Kolomna über 1000 Meter den ersten Weltcupsieg der Saison nur um 0,02 Sekunden. Für das beste Resultat der Männer sorgte der Berliner Samuel Schwarz, er wurde über 1000 Meter Zehnter. In 1:09,90 Minuten blieb der Berliner erstmals in dieser Saison unter der 1:10-Minuten-Grenze und zeigte damit eine gute Leistung.dpa

Felix Neureuther, der beste deutsche Slalomfahrer, kommt im WM-Winter nicht in Form. Beim Slalom-Sieg des Franzosen Julien Lizeroux blieb der Skirennfahrer aus Garmisch-Partenkirchen am Sonntag bei seinem neunten Saisonstart zum sechsten Mal ohne Punkte. Als Neunter des ersten Durchgangs stürzte der 24-Jährige. Auch Maria Riesch schied im Riesenslalom in Cortina d’Ampezzo aus. Beim Erfolg von Kathrin Zettel (Österreich) konnte Viktoria Rebensburg den für sie sehr guten Platz sieben erreichen. dpa

Zwei Wochen vor der Weltmeisterschaft war der italienische Ausnahme rodler Armin Zöggeler gestern wieder in überragender Form. Der 35-Jährige aus Südtirol hielt die deutschen Männer beim Weltcup in Altenberg auf Distanz. Weltmeister Felix Loch wurde Zweiter, David Möller fuhr trotz seines Kreuzbandrisses auf den dritten Platz. Bei den Frauen sorgt Natalie Geisenberger für unerwartete Spannung. Die 20-Jährige aus Miesbach stoppte den Siegeszug der Oberwiesenthalerin Tatjana Hüfner und sagte im Hinblick auf die Weltmeisterschaft: „Es ist überhaupt nicht mein Ziel, Tatjana zu schlagen. Ich möchte selbst gewinnen.“ dpa

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