Sport : "Wir fordern eine baldige Umbenennung Ihres Pferdes" (Glosse)

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Wenn nicht doch die Kollegen vom Satiremagazin "Titanic" dahinterstecken, dann schuldet der Pferdesport dem "Verein zur Bewahrung in- und ausländischer Kulturgüter" großen Dank. Diese bislang eher unauffälligen Retter der Zivilisation verweisen in ihrem jüngsten Brief auf einen Missstand im Dressursport, der ohne die sensiblen Vereinsmitglieder womöglich unentdeckt geblieben wäre: Uwe Schulten-Baumer, der Trainer von Doppel-Olympiasiegerin Isabell Werth, besitzt ein Pferd, das leider nicht so heißt, wie anständige Pferde eben heißen - Uppercut, The Gangster oder Flaming Affair; nein, ausgerechnet auf den Namen Aleppo muss das Tier hören.

Hier schreitet der "Verein zur Bewahrung in- und ausländischer Kulturgüter" ein. Aleppo sei nicht nur eine Stadt in Syrien, sondern stehe bei Muslimen auch für Allah, klärt der Verein die Ungläubigen auf. Der "VzBiuak", wie wir den Verein künftig abkürzen wollen, folgert daraus: Ein Pferd mit dem Namen Aleppo sei Gotteslästerung. Das Versäumnis liegt natürlich bei Schulten-Baumer, der es sich bei der Namenssuche zu leicht gemacht hat. Weil Aleppo vom Oldenburger Vererber Argentinus stammt, "haben wir, um einen Namen mit dem Anfangsbuchstaben A zu finden, zum Lexikon gegriffen und stießen auf die Stadt Aleppo".

Doch Gott, oder soll man besser sagen: Aleppo sei Dank, weiß der "VzBiuaK" in seinem Brief auch einen Weg aus dem Dilemma: "Wir fordern eine baldige Umbenennung Ihres Pferdes in eine (europäische) Stadt mit weniger bedeutenden Kulturgütern." Also, Herr Schulten-Baumer, Finger weg vom Lexikon und ja nicht Aachen nehmen. Da steht ein Dom herum.

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