Sport : „Wir hatten ein gutes Krisenmanagement“

Mirko Slomka, Interimstrainer von Hannover 96, über die letzten Tage mit Ralf Rangnick

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Herr Slomka, Sie sind nun nicht mehr Kotrainer in Hannover, sondern Interimstrainer.

Interimstrainer kann man so nicht sagen. Ich habe heute ganz normal das Training geleitet, wie ich es immer als Kotrainer gemacht habe. Am Montag hat die Mannschaft frei, und ob ich am Dienstag noch das Training leiten soll, weiß ich nicht.

Freuen Sie sich jetzt darüber, dass Sie wenigstens bis Dienstag der Chef sind oder sind Sie enttäuscht über Rangnicks Entlassung?

Ich bin sehr enttäuscht, denn die Zusammenarbeit mit Ralf Rangnick war ganz hervorragend. Ich glaube nicht, dass es noch besser geht. Als Kotrainer habe ich mich auch nie wirklich verstanden. Wir haben als Team gearbeitet. Deswegen ist es auch für mich persönlich so enttäuschend. Aber Ralf und ich wissen, dass wir uns in dieser Situation professionell verhalten müssen.

Wie hat denn Ralf Rangnick seine letzten Tage in Hannover erlebt?

Von der Entwicklung ist er schon sehr enttäuscht. Aber in den vergangenen Tagen war er nicht deprimiert. Im Gegenteil. Wir hatten ein gutes Krisenmanagement.

Sie sprechen immer noch von „Wir“.

Das liegt vielleicht daran, dass Ralf und ich momentan zusammen im Hotel sind. Wir verbringen heute den Tag zusammen.

Im Fußball denkt man von Spiel zu Spiel. Sie können aber nur bis Dienstag denken.

Es kann sein, dass ein Trainer kommt und seinen Kotrainer mitbringt. Aber ich hänge an diesem Verein, weil ich gebürtiger Hannoveraner bin und zehn Jahre lang hier Nachwuchsarbeit gemacht habe.

Es gibt Trainer, die bleiben lieber im Hintergrund und arbeiten als Kotrainer oder Jugendtrainer. Wie ist das bei Ihnen?

Wenn ich mir nicht mehr zutrauen würde, hätte ich mich nicht zum Fußballlehrer ausbilden lassen. Aber ich könnte mir auch vorstellen, schon bald wieder irgendwo Kotrainer von Ralf Rangnick zu sein.

Die Fragen stellte Friedhard Teuffel.

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