Sport : „Wir hatten Tränen in den Augen“ Horst Eckel über das Finale

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Wir haben nicht gedacht, wir sind die Besten der Welt. Wir haben überhaupt nicht gedacht, dass wir dieses Spiel gewinnen können. Das 2:2 fiel noch vor der Halbzeit und das nach dem 0:2-Rückstand. Wir haben gehofft, dass wir die letzten Minuten nach dem 3:2 überstehen. Puskas hat noch ein Tor geschossen, das aber Abseits war. Die Ungarn haben uns noch sehr unter Druck gesetzt. Später standen wir in der Kabine wie neben uns. Erst als uns bei der Fahrt nach München Hunderttausende zujubelten, haben wir die Dimension begriffen. Nicht die Mannschaft war Weltmeister, wir waren es, das ganze Land. Ein Wir-Gefühl war spürbar, das unter die Haut ging. Es gab keinen, der nicht Tränen in den Augen hatte. Es wird keine WM mehr geben, die so nachhaltig Wirkung zeigte wie diese. Wir waren am Boden zerstört, politisch und wirtschaftlich. Ohne Kameradschaft wären wir nie Weltmeister geworden. Wir wussten, der Einzelne hat keine Chance. Deswegen hat unser Trainer Herberger Spieler ausgesucht, die sich eingliedern. Das hat mein Leben geprägt, bis heute. 1954 bleibt unauslöschlich in meinem Kopf.

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