Sport : „Wir kannten nur Gerüchte“

Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters über die Unabsteigbaren

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Hallo, Herr Peters, Gratulation zum Nichtabstieg aus der A-Gruppe der Champions Trophy. Mit sechs Niederlagen in sechs Spielen sicherlich ungewöhnlich, oder?

Da gebe ich ihnen Recht. In der Öffentlichkeit ist das sicher schwer nachvollziehbar. Aber die Regularien waren ja eindeutig. Auch wenn wir sportlich eigentlich abgestiegen sind, haben es die Jungs mit ansprechenden Leistungen verdient, weiter in der A-Gruppe der Champions Trophy zu spielen.

Sie haben vor dem Turnier vom Kampf gegen den Abstieg gesprochen. Warum wussten Sie nicht, dass der amtierende Weltmeister automatisch für das nächste Turnier gesetzt ist?

Gerüchteweise haben wir schon kurz vor dem Turnier davon erfahren, dass wir bei der nächsten Champions Trophy gesetzt sind. Doch beim Hockey-Weltverband FIH weiß man nie genau, was die sich noch einfallen lassen. Schwarz auf Weiß hatten wir es erst am Samstag vor dem vermeintlichen Abstiegsspiel.

Hatten Sie vielleicht auch einfach nur vergessen, dass Deutschland amtierender Weltmeister ist?

Das könnte so aussehen, schließlich zählen im Sport immer nur die aktuellen Erfolge. Aber wir erinnern uns noch sehr gut an die letzte Weltmeisterschaft. Schließlich gab es dort den ersten WM-Titel für Deutschland!

Sind Sie vielleicht auch nur ein guter Trickser?

Eigentlich nicht, warum?

Durch den Abstiegskampf wurde in den Medien die Spannung erhalten.

Für die Medien war es sicher gut. Die brauchen ja auch was zum berichten. Sonst würde es denen langweilig werden.

Wann hat die Mannschaft erfahren, dass man nicht absteigen kann?

Wir haben intelligente Spieler. Die surfen auch gerne mal im Internet und wussten von den Gerüchten. Trotzdem haben sie in den Spielen alles gegeben, um auf sportlichem Wege den Nichtabstieg zu schaffen.

Gab es eine spontane Nichtabstiegsfeier?

Nein.

Demnächst ist ja die Europameisterschaft. Welche Überraschungen haben hier die FIH-Regeln parat? Ist Deutschland vielleicht direkt fürs Finale qualifiziert?

Schön wär’s. Doch hier sind die Regularien eindeutig. Nur wer gut spielt, wird Europameister.

Das Gespräch führte Tobias Erlemann.

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