Sport : "Wir müssen punkten, sonst wird es schwer" meint Stürmer Michael Preetz

Robert Semmler

Trotz großer Verletzungssorgen will Hertha BSC seinen Höhenflug nach zuletzt zwei Bundesligasiegen in Folge auch in der Champions League fortsetzen. Doch nach dem 1:1 gegen den FC Barcelona könnte den Berlinern heute (20.45 Uhr/live bei tm 3) beim FC Porto ein jäher Absturz bevorstehen, denn die Ausfall-Liste wird lang und länger. Jungstar Sebastian Deisler (Knieverletzung) und der Ungar Pal Dardai (Knöcheloperation) werden längere Zeit fehlen.

Der 19-jährige Deisler fliegt sogar zum US-Spezialisten Dr. Richard Steadman nach Vail/US-Bundesstaat Colorado, weil eine Kreuzbandverletzung im Knie befürchtet wird. Sollte auch er sich eines Eingriffs unterziehen müssen, wird er mehrere Monate ausfallen. Mit Deisler werden Martin Bader, Assistent von Manager Dieter Hoeneß, und Norbert Pflippen, der Berater des Jungnationalspielers, nach Vail fliegen.

Zum Spiel: Der heutige Gegner ist von hochkarätigem Kaliber, gilt sogar als Geheimfavorit in der "Königsklasse". Der 18-malige portugiesische Meister hat bisher alle Heimspiele gewonnen und ist nach dem 2:0-Auftaktsieg bei Sparta Prag erster Spitzenreiter der Zwischenrundengruppe A. "Wir müssen punkten, sonst wird es schwer, weil Porto schon auswärts gewonnen hat", sagt Michael Preetz, mit drei Toren in den vergangenen drei Pflichtspielen zuletzt endlich wieder treffsicher. Mittelfeldregisseur Dariusz Wosz fordert: "Wir dürfen keine Angst haben und müssen so reingehen wie in den ersten vier Spielen der Vorrunde." Und nicht zuletzt muss die Hertha-Abwehr Portos "Tormaschine" Mario Jardel stoppen.

Herthas Trainer Jürgen Röber verweist auf Portos Vorrundenerfolge im Stadion "das Antas" gegen Olympiakos Piräus (2:0), Real Madrid (2:1) und Molde FK (3:1). Röber dürfte deshalb eine Vierer-Abwehrkette aufbieten, in der für Kapitän Kjetil Rekdal aber wohl erneut kein Platz sein dürfte. "Wir müssen vor allem versuchen, die Anspiele auf Jardel zu verhindern. Porto verfügt über sehr gute Außenspieler", warnt Röber, der unmittelbar nach dem 3:0 über den SSV Ulm gemeinsam mit Manager Dieter Hoeneß nach Portugal gedüst war. Dort beobachteten beide das 21 Jahre alte Abwehrtalent Fernando Meira von Vitoria Guimaraes. Röber und Hoeneß stießen deshalb erst am Dienstag wieder zur Mannschaft.

Während Porto nur Abwehrrecke Argel nicht zur Verfügung steht, fehlen bei Hertha nicht nur Deisler und Dardai. Stürmer Ilija Aracic blieb wegen einer Prellung am Fußrücken in Berlin. Außerdem fällt René Treschok noch immer nach seiner Fersenverletzung aus. Auch der langzeitverletzte Thomas Helmer (Achillessehnen-Operation) steht nicht zur Verfügung. Röber hofft zumindest auf das Comeback von Marko Rehmer und Kai Michalke. Auch Kostas Konstantinidis nach seinem Nasenbeinbruch und Michael Hartmann nach überstandenem Mittelfußbruch flogen in die Portweinstadt am Douro, die 1987 ihren Platz auf der Weltkarte des Fußballs eroberte. Erst gelang mit dem Hackentor des Algeriers Rabah Madjer der 2:1-Europapokaltriumph über Bayern München, einige Monate später gewann der 109 000 Mitglieder starke Klub sogar den Weltpokal. Auch in Italien interessiert man sich für die Berliner. Nach italienischen Zeitungsberichten ist Hertha an einer sofortigen Verpflichtung des Stürmers Arturo Di Napoli vom FC Piacenza interessiert. Die von Verletzungssorgen geplagten Berliner hätten deswegen in den vergangenen Tagen Kontakt zum Tabellen-Fünfzehnten der italienischen Liga aufgenommen, berichtete die "Gazetta dello Sport" (Dienstag- Ausgabe). Di Napoli, der zuvor für Inter Mailand stürmte, sei in Piacenza unzufrieden, hieß es.

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