Sport : Wir schreiben das Jahr 2008

Mathias Klappenbach

spekuliert über Lance Armstrongs Comeback Lance Armstrong war es langweilig geworden. Zwei Jahre ohne Tour de France, ohne die große Herausforderung, es den anderen und vor allem sich selbst wieder einmal zu zeigen. Deshalb startet er jetzt, 2008, doch noch einmal. Die Zweifel an seiner Verfassung sind noch größer als früher, vor seinem Rücktritt. Die meisten ehemaligen Champions scheitern ja mit dem Versuch, ihre großen Erfolge bei einem Comeback zu wiederholen. Und wieder gibt es diese Fantasten, die auf eine Schwäche Armstrongs hoffen oder, in dunklen Momenten, auf einen Sturz des ewigen Siegers. Ihnen ist langweilig, wenn Armstrong gewinnt.

Doch es ist, als sei Armstrong gar nicht weg gewesen: Vor der Tour hat er sich bedeckt gehalten, seine Gegner stark geredet und genau damit eingeschüchtert. Danach hat er ihnen in den ersten Tagen seine Stärke demonstriert. Genau im richtigen Moment, um sie zu demoralisieren und ihren schwachen Widerstand zu brechen. Schließlich hat er sie abgehängt und als 36-Jähriger zum achten Mal die Tour de France gewonnen.

Man könnte denken, dass Jan Ullrich und die anderen noch demoralisierter sind als früher. Aber noch demoralisierter geht sowieso nicht. Sie verneigen sich vor dem großen Meister und erzählen den Jüngeren, die damals nicht dabei waren, dass früher alles genauso war. Nicht langweilig, weil immer derselbe gewonnen hat. Sondern jedes Jahr großer Sport, weil Armstrong so perfekt war.

Aber so wird es nicht kommen. Armstrong kehrt nicht zurück. Bei ihm ist alles perfekt. Auch der Rücktritt.

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