Wir sind dann mal weg : Proteste gegen Doping-Kontrollen

Der zweite Weihnachtstag soll zum Tag der Freiheit werden. Handballprofis und Basketballprofis protestieren gegen das Dopingkontrollsystem und geben bei der Meldung einen Ort an, an dem sie sich gar nicht aufhalten.

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Das ist verständlich, denn Dopingkontrollen greifen viel tiefer in die Persönlichkeitsrechte ein als es in anderen Branchen üblich ist und wohl zulässig wäre. Darauf haben kürzlich auch Datenschützer hingewiesen. Dass die Sportler ihren Protest auf einen Tag beschränken und darüber vorab informieren, wollen sie als Zeichen der Gesprächsbereitschaft verstanden wissen.

Dabei sind die insgesamt 80 betroffenen Handballer und Basketballer vergleichsweise gut dran. Sie müssen „nur“ im Voraus die Orte angeben, an denen sie regelmäßig anzutreffen sind, Wohnung, Sporthalle, Urlaubsquartier. Spitzenathleten anderer Disziplinen müssen sich jeden Tag eine Stunde für eine mögliche Kontrolle bereithalten. Dennoch nehmen das die meisten klaglos hin, manche sehen die Regeln sogar als Chance, ihre saubere Leistung im Labor bestätigen zu lassen.

Ob das Verhältnis zwischen Persönlichkeitsrecht und Chancengleichheit noch gewahrt ist, darüber wird im Sport heftig gestritten. Auch darüber, was die Alternative zum bestehenden System wäre. Der Protest an Weihnachten ist eine weitere Stufe, auch weil er von vielen Athleten organisiert ist. Der Rechtsweg sollte jedenfalls im Sport nicht ausgeschlossen sein: Das Urteil eines ordentlichen Gerichts könnte zeigen, ob der Dopingkampf noch im Rahmen dessen stattfindet, was eine freie Gesellschaft duldet.

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