Sport : Wir sind doch dabei

Stefan Hermanns

über den Beginn der WM-Qualifikation in Europa Das Deutsche Sport-Fernsehen hat in dieser Woche mit einigem Stolz darauf hingewiesen, dass es mehrere WM-Qualifikationsspiele live überträgt. Insgesamt sind es in den nächsten Monaten 16 „mit den starken Teams Schweden, Belgien und Bulgarien“. Schön fürs DSF, könnte man sagen, weil die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft diesmal ohne die deutsche Nationalmannschaft stattfindet, und Sport ohne Deutsche fürs deutsche Publikum eigentlich gar kein richtiger Sport ist.

Aber irgendwie sind wir ja doch dabei: wenn Griechenland gegen Albanien spielt zum Beispiel und Otto Rehhagel seinen Kleinkrieg gegen Hans-Peter Briegel fortsetzt, wenn Ungarn mit Lothar Matthäus zurück zu alter Größe strebt und die Schotten versuchen, Berti Vogts zu verstehen. Wobei sich das mit Vogts und den Schotten schon bald erledigt haben könnte.

So spannend wie diesmal jedenfalls ist die WM-Qualifikation noch nie gewesen. Gerade aus deutscher Sicht. Es geht nicht nur darum, welche deutschen Trainer in zwei Jahren in ihrem Heimatland noch dabei sind. Es geht vor allem um die beste Ausgangsposition für die Bewerbung um das Amt des Bundestrainers, wenn Jürgen Klinsmann im Juli 2006 wieder nach Los Angeles entschwindet. Dass Erfolge im Ausland ein wichtiges Kriterium für die „Bild“-Zeitung und die Bundestrainerfindungskommission sind, hat der Fall Rehhagel gezeigt. Vor der EM galt Rehhagel dem deutschen Publikum als nicht mehr vermittelbar. Nach dem Titelgewinn wurde er zum Halbgott emporgehoben.

Vielleicht sollte man darauf wetten, dass Ungarn 2006 Weltmeister wird.

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